LR Ragger: "Systemfehler in der Pflege korrigieren"

Pflege im Heim ist gratis, mobile Pflege kostet einiges

Klagenfurt (OTS) - "Eine vollständige Rückkehr zur Pflege-Regresspflicht ist keineswegs geplant. Was ich zur Diskussion stellen will, ist, einen erheblichen Systemfehler meiner SP-Vorgängerinnen zu reparieren. Denn derzeit haben wir ein fatales Signal. Die Pflege im Heim ist für (die meisten) kostenlos, aber für die Pflege zu Hause mit mobilen Diensten muss sehr wohl etwas gezahlt werden. Da streben wir eine Korrektur an", teilte Soziallandesrat Mag. Christian Ragger mit.

So sollte für Pflegebedürftige bis zur Pflegestufe 4, die in einem Heim auf Kosten des Landes betreut werden, ein (zumutbarer) Kostenbeitrag der Kinder eingehoben werden und gleichzeitig für all jene, die Angehörige mit der Pflegestufe 5 oder gar 6 daheim betreuen die Hauskrankenhilfe verbilligt werden. "Damit setzen wir ein Signal, wie wichtig die Pflege zuhause für die Gesellschaft ist. Unser Ziel liegt darin, dass ältere Menschen, solange es zumutbar ist, zu Hause versorgt werden und erst dann die Heimpflege kommt.

Bei schwereren Pflegefällen (Stufe 5-7) im Heim würden auch in Zukunft keine Kostenbeiträge der Kinder anfallen.
Für pflegende Angehörige soll es weiters durch Tagesstätten, für die es zusätzliche Förderungen geben wird, und einen forcierten Ausbau der Kurzzeitbetten Unterstützungen geben.
Es sollte in dem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass es für zahlreiche hunderte Angehörige weiterhin eine Kostenbeitragspflicht gibt; nämlich in all jenen Fällen, bei denen der Pflegebedürftige ein (Bar- und Immobilien)Vermögen hat bzw. vermögenswerte Rechte (Wohnrecht etc) besitzt. Hier müssen Betroffene mitunter zehntausende Euro aufbringen. Sehr häufig kommt dies im bäuerlichen Bereich vor.

Ragger: "Hier hat die SPÖ eine große Ungerechtigkeit hinterlassen:
Der leitende Angestellte, der 5.000 Euro netto monatlich verdient, muss nach der jetzigen Rechtslage für seinen Vater im Heim nichts zahlen, aber der Landwirt, der den elterlichen Hof übernommen hat und weniger als 1.000 Euro netto verdient, muss zahlen."

Ragger weist abschließend darauf hin, dass durch eine solche kleine Systemänderung auch der von den älteren Menschen nicht gewünschte vorzeitige Eintritt in ein Heim verhindert werden könne. Denn die undifferenzierte Abschaffung des Kostenbeitrages habe dazu geführt, dass die Zahl von Heimeintritten stark gestiegen ist. Betrugen die Neueintritte bis dato 6-7 % jährlich, seien es derzeit 15 % - mit steigender Tendenz.

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