Tumpel: Nulllohnrunde würde privaten Konsum ins Minus drücken

Von einem Euro Lohnzuwachs werden 99 Cent ausgegeben

Wien (OTS) - "Durch die Steuersenkung bleibt den Menschen endlich wieder mehr in der Tasche. Eine Nulllohnrunde würde die positiven Effekte vernichten. Wer kann das jetzt wollen?", sagt Arbeiterkammer Präsident Herbert Tumpel. Gerade Menschen mit geringem Einkommen wenden praktisch alle verfügbaren Mittel für Konsumausgaben auf. Von einem Euro, der den Menschen in diesem Einkommensbereich zusätzlich zur Verfügung steht, werden 99 Cent ausgegeben. Für einen Durchschnittsverdiener mit rund 1.800 Euro brutto monatlich bedeutet ein Lohnabschluss in Höhe von drei Prozent ein Einkommensplus von 420 Euro netto im Jahr. Was davon nicht für Schuldenzahlungen oder Mieten gebraucht wird, geht direkt in den Konsum. "Bei einer Nulllohnrunde entgehen der Wirtschaft also Milliarden an Nachfrage, und der Effekt der Steuersenkung zur Erhaltung der Arbeitsplätze wäre aufgefressen", so Tumpel. Während die Investitionen 2009 laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) real um über fünf Prozent sinken werden, hält sich der private Konsum gerade noch mit 0,4 Prozent real im Plus. Eine Nulllohnrunde würde auch den Konsum ins Minus drücken.

Ein Blick zurück zeigt: Nach Abzug der Steuern und der Preissteigerung blieben den österreichischen ArbeitnehmerInnen 2007 und 2008 im Durchschnitt um 0,3 Prozent bzw. 0,1 Prozent weniger netto übrig. Den ArbeitnehmerInnen blieb also trotz guter Abschlüsse immer weniger im Börsel. Von 2000 bis 2007 musste das schlechter verdienende Drittel der ArbeitnehmerInnen sogar Reallohnverluste hinnehmen. Jetzt endlich lässt die erfolgte Steuersenkung erstmals seit Jahren wieder eine Steigerung der durchschnittlichen Nettoreallöhne erwarten 2009 wird mit einem Zuwachs von mehr als zwei Prozent gerechnet. Diesen Effekt jetzt durch eine Nulllohnrunde zu zerstören wäre aus wirtschaftlicher Sicht verantwortungslos. AK Präsident Herbert Tumpel: "Nulllohnrunden sind ein konjunkturpolitischer Irrweg. Es ist absolut kontraproduktiv, durch Nulllohnrunden zusätzlich Druck auf die Kaufkraft der Menschen auszuüben."

Rückfragen & Kontakt:

Sylvia Kuba
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2331 oder 0676/9164217
sylvia.kuba@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001