AUGE/UG, Paiha zu SP-Hundstorfer: "Keine Arbeitszeitverkürzung ohne Einkommensausgleich!"

Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen: gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit wird ohne gesetzliche Arbeitszeitverkürzung nicht gehen!

Wien (OTS) - "Wir freuen uns ja, dass sich nun auch der
SP-Arbeits- und Sozialminister Hundstorfer plötzlich über Modelle der Arbeitszeitverkürzung Gedanken macht. Überhaupt ist ja derzeit überall plötzlich wieder von Arbeitszeitverkürzung als Mittel gegen steigende Arbeitslosigkeit die Rede. Wir vergessen allerdings nicht, dass es ausgerechnet unter ÖGB-Präsident Hundstorfer ein umfangreiches Arbeitszeitflexibilisierungspaket von den Sozialpartnern ausverhandelt worden ist, das Möglichkeiten zu einer deutlichen Arbeitszeitverlängerung vorsieht," kritisiert Klaudia Paiha, Bundessprecherin und Spitzenkandidatin der AUGE/UG zur Wiener AK-Wahl den ehemaligen ÖGB-Präsidenten und heutigen Sozial- und Arbeitsminister Hundstorfer. "Wir sind gegen dieses Arbeitszeitverlängerungspaket Sturm gelaufen, die FSG hat nur abgewiegelt, beschönigt und wollte sich auf keine Diskussion einlassen. Das rächt sich nun bitter," so Paiha. Denn gerade in Hochkonjunkturzeiten hätten die Gewerkschaften Druck auf Arbeitszeitverkürzung machen müssen.

AUGE/UG für gesetzliche Arbeitszeitverkürzung

"Eine umfassende Verkürzung der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit ist längst überfällig. Die letzte gesetzliche Arbeitszeitverkürzung ist über dreißig Jahre her und Österreich war in den letzten Jahren stets EU-Spitzenreiter hinsichtlich der geleisteten wöchentlichen Arbeitszeit - was nicht nur auf Kosten der Beschäftigung, sondern auch auf Kosten von Gesundheit, persönlichen Beziehungen und gesellschaftlichem Engagement geht." Wenig hält Paiha von Hundstorfers - heute im KURIER-Interview - geäußerten Ablehnung einer gesetzlichen Arbeitszeitverkürzung: "Wieder alles auf die betriebliche Ebene abzuwälzen ist die falsche Strategie, weil hier die Verhandlungsmacht der Belegschaften nicht überall gleich groß ist, soll Arbeitszeitverkürzung auch wirken. Wir brauchen Maßnahmen, die für alle ArbeitnehmerInnen gelten. Und das geht nun mal nur über den Gesetzesweg."

Keine Arbeitszeitverkürzung ohne Einkommensausgleich

Wenig abgewinnen kann Paiha auch einer Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich: "Jedenfalls braucht es einen Einkommenausgleich für kleine und mittlere Einkommen. Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich gibt es ja schon längst und findet auch seit Jahren statt - nämlich in Form von Teilzeitarbeit. Schon in den letzten Jahrzehnten haben sich Produktivitätszuwächse nicht in entsprechenden Lohnerhöhungen niedergeschlagen. Die Folge: stagnierende Löhne, höhere Gewinne. Es ist nicht nachvollziehbar, warum nun im Rahmen einer Arbeitszeitverkürzung die ArbeitnehmerInnen einmal mehr Lohnverzicht hinnehmen sollen. Das ist untragbar."

Schnell angesetzt werden kann nach Ansicht der AUGE/UG bei einer Reduktion der Überstunden: "Krankenversicherungsbeiträge sollen arbeitgeberseitig für jede zusätzlich geleistete Überstunde progressiv steigen. Damit würden Überstunden verteuert und damit für Arbeitgeber uninteressanter. Ab einem bestimmten Ausmaß an regelmäßig und dauerhaft erbrachten Überstunden im gesamten Betrieb, sollen Unternehmen verpflichtet werden, eine entsprechende Anzahl an Beschäftigten einzustellen. Es muss endlich einen umfassenden Rechtsanspruch auf individuelle Formen der Arbeitszeitverkürzung -von Sabbaticals über Bildungskarenzen bis hin zu Teilzeitarbeit in bestimmten Lebens- und Bedarfslagen - geben. Um eine allgemeine, umfassende und gesetzliche Verkürzung der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit mit Einkommensausgleich wird man jedenfalls nicht herumkommen, sollen möglichst viele Menschen in den Arbeitsmarkt integriert, bezahlte und unbezahlte Arbeit gerechter verteilt und die Arbeitswelt humanisiert werden. " schließt Paiha.

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Unabhängige GewerkschafterInnen - AUGE/UG
Klaudia Paiha, Bundessprecherin und Spitzenkandidatin zur Wiener AK-Wahl
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