Pneumokokken-Impfung: Wieder keine Berücksichtigung im Gesundheitsbudget?

Wien (OTS) - Am 14. Mai 2009 wird im Budgetausschuss des
Parlaments voraussichtlich die Entscheidung darüber getroffen werden, ob die Pneumokokken-Impfung für alle Säuglinge und Kleinkinder bis fünf Jahre ins nationale Impfprogramm aufgenommen - also erstattet -werden soll. Derzeit werden nur "Risikokinder" zu Lasten der öffentlichen Hand geimpft. - Geht dieser Entscheid positiv aus, würde das nicht nur den Kindern genauso wie Senioren helfen, sondern Österreich auch endlich von seiner europaweiten Schlusslicht-Position in Sachen Pneumokokken-Impfung befreien.

Derzeit erstatten 35 Länder - darunter 25 in Europa - die Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kleinkinder bis fünf Jahren. Sie tragen damit dazu bei, die gefährlichen Pneumokokken-Infektionen, an denen weltweit pro Jahr mehr als eine Million Kinder sterben, zu vermeiden (s. Ref. 1). In Österreich erkranken etwa 9.000 Menschen jährlich an einer Pneumokokken-Pneumonie. Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren und Menschen über 60, soferne sie nicht vorsorglich geimpft wurden. Internationale Studien belegen, dass 10 Prozent der invasiven Pneumokokken-Infektionen tödlich verlaufen, bei mehr als einem Drittel der Überlebenden kommt es zu schweren Dauerbehinderungen. Abgesehen davon können Pneumokokken auch z.B. Mittelohrentzündungen, eine lebensbedrohliche Sepsis oder Hirnhautentzündungen auslösen.

Neben "reichen" europäischen Ländern wie z.B. Deutschland, Dänemark, Schweden, England und der Schweiz haben auch "ärmere" wie die Slowakei, Ungarn und die Türkei den Nutzen der Impfung erkannt und stellen den Impfstoff Säuglingen und Kindern kostenlos zur Verfügung. - Außerhalb Europas haben erst jüngst Saudi Arabien, der Oman und Südafrika die Impfung in ihr nationales Impfprogramm aufgenommen.

Nutzen + (vermeidbare) Kosten = Wert

Studien aus den USA belegen, dass es nach Einführung der Impfung dort zu einem Minus von 98 Prozent der Krankheitsfälle bei Kindern unter fünf Jahren gekommen ist (s. Ref. 6). Auch bei Erwachsenen über 50, die keinen Impfschutz aufwiesen, konnte die Krankheitsinzidenz um 55 Prozent verringert werden. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass, wenn Säuglinge und Kleinkinder "durchgeimpft" werden, auch ein Schutz für deren ältere Familienmitglieder gegeben ist.

Der in Österreich verfügbare PCV-7-Impfstoff (für Fachmedien:
Prevenar (R) von Wyeth) ist als einziger Kinderimpfstoff sowohl für ein 3+1 als auch für ein 2+1-Impfschema zugelassen. Wendet man das 3+1-Impfschema, wie es z.B. auch in Griechenland, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und in Zypern Usus ist, an, würden bei einer jährlichen Geburtenkohorte von 75.000 Kindern (s. Ref. 2) dem österreichischen Staat Kosten von jährlich 14,7 Millionen Euro erwachsen. Bei einem 2+1-Impfschema, wie es etwa in Belgien, Dänemark, der Schweiz, in Italien, Norwegen, der Slowakei und England Usus ist, würden die staatlichen Impfstoff-Ausgaben bei 11,4 Millionen Euro liegen. In den genannten Zahlen ist der Anteil der "Risikokinder", die ohnedies geimpft werden, bereits enthalten. Der Kostenanteil des Bundes beträgt dabei zwei Drittel des Gesamtbetrages; das restliche Drittel wird zu gleichen Teilen von Ländern und Sozialversicherung übernommen.

Demgegenüber stehen jedoch - sieht man vom (vermeidbaren!) menschlichen Leid ab - im Krankheitsfall direkte und indirekte Folgekosten für das Gesundheitswesen und betroffenen Familien: Nur ein einziges behindertes Kind kostet im Lauf seines Lebens dem Gesundheitswesen etwa 700.000 Euro, den Eltern jährlich etwa 18.200 Euro an privaten Mehrkosten (s. Ref. 3).

Der Gesamtwert dieser Impfung ist also unbestritten, weswegen der Oberste Sanitätsrat bereits seit 2003 (s. Ref. 4) die Impfung empfiehlt. Zunehmend fordern auch immer mehr Experten eine Übernahme der Impfung in die Erstattung. Und erst vor wenigen Wochen plädierte der Vorarlberger Gesundheitslandesrat Markus Wallner im Rahmen einer Presseaussendung (s. Ref. 5) für eine bundesweite Gratis-Impfung.

Klarheit im Sinne der Bevölkerung erwünscht

Die parlamentarische Ausschuss-Sitzung am 14.5.2009 wird nun hoffentlich Klarheit über den künftigen Kurs Österreichs in Sachen Pneumokokken-Impfung bringen. Es steht zu hoffen, dass sich auch Österreich zu einem Entschluss im Sinne seiner Bevölkerung durchringen kann.

Über Wyeth

Wyeth ist weltweit eines der größten forschenden Arzneimittel- und Gesundheitsvorsorgeunternehmen, in dem 50.000 Mitarbeiter beschäftigt sind (Sitz in Madison/USA). Der österreichische Sitz des Unternehmens ist die Wyeth Lederle Pharma GmbH in Wien. Der Schwerpunkt von Wyeth liegt auf der Forschung und Entwicklung von innovativen, verschreibungspflichtigen Präparaten, wofür jährlich rund drei Milliarden US-Dollar investiert werden. Dabei konzentriert sich das Unternehmen insbesondere auf die Bereiche Rheumatologie, Dermatologie, Impfstoffe, zentrales Nervensystem, Frauengesundheit, Infektiologie, Hämophilie, Transplantationsmedizin und Onkologie. (Ende)

Referenzen:
(1) Quelle: WHO
(2) Quelle: ÖSTAT
(3) Quelle:Ärzte Woche, 17. Jahrgang, Nr. 25, 2003
(4) Quelle: Österr. Impfplan
(5) APA-OTS, 7.4.2009
(6) MMWR 2008; 57 (No. 6): 141-168

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