ORF: Verantwortungslose Lähmung durch die Regierung.

Erklärung des Sprechers der Plattform "Rettet den ORF", Wolfgang Langenbucher

Wien (OTS) - "Der Umgang der Regierung mit dem ORF hat bereits
jetzt zu einer beängstigen Lähmung des größten Medienunternehmens Österreichs geführt. Nachdem zu Beginn des Jahres eine öffentliche Diskussion über ein neues Gesetz und eine neue Geschäftsführung mutwillig vom Zaun gebrochen wurde, scheint diese Aktion, die wie ein Damoklesschwert über dem gesamten Unternehmen hängt, auf den St. Nimmerleinstag verschoben worden zu sein". Dies erklärte der Sprecher der Plattform Wolfgang Langenbucher heute gegenüber der APA.

"Der ORF erlebt zur Zeit die schwierigste Phase seiner Geschichte. Er ringt um inhaltliche und wirtschaftliche Stabilität. In einer solchen Zeit braucht der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk klare Rahmenbedingungen und eine garantierte Existenzsicherung". Gerade dafür gibt es keine Anzeichen, ganz im Gegenteil.

Die Vorgangsweise der Bundesregierung ist unverantwortlich:

  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verunsichert und werden wöchentlich mit neuen Gerüchten konfrontiert.
  • Entscheidungen werden im Hinblick auf mögliche Personenwechsel nicht getroffen.
  • Zukunftsgespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind erschwert, weil der Betriebsrat nicht weiß, wer demnächst sein Gesprächspartner sein wird.
  • Die Gremien des ORF, Stiftungsrat und Publikumsrat agieren unter dem Eindruck eines imaginären Ablaufdatums.
  • Gespart wird ausgerechnet beim Programm, das der einzige Daseinszweck des ORF ist. Daher darf gerade hier am allerwenigsten gekürzt werden.
  • Die Entwicklung von neuen Programmvorhaben verzögert sich, was in den nächsten Jahren zu einem spürbaren Rückgang bei den österreichischen Programmproduktionen führen könnte.

"Die Regierung aber handelt nicht, sondern plant offensichtlich alle notwendigen Entscheidungen hinauszuschieben und einen Schwebezustand zu schaffen, der für den ORF verheerend ist und letztlich sogar existenzgefährdend sein könnte.

Wir, die Plattform "Rettet den ORF" fordern eine Beendigung des derzeitigen unverantwortlichen Schwebezustandes, um den Österreichischen Rundfunk wieder handlungsfähig zu machen. Wir treten ein für klare Bestimmungen, die die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit des ORF garantieren und die Voraussetzungen für mehr österreichische TV-Programme in hoher Qualität schaffen", erklärte Langenbucher abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Prof. Wolfgang Langenbucher, 0664 589 60 91

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008