Heinisch-Hosek: Um Union sozialer zu gestalten müssen auch möglichst viele Frauen ihre Stimmen abgeben

Gleiche Entlohnung und Vereinbarkeit - bedeutende Themen für europäische Frauen

Wien (SK) - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist es ein großes Bedürfnis, dass sich die weiblichen Regierungsmitglieder der verschiedenen EU-Staaten vernetzen. Denn auch in anderen europäischen Ländern findet man ähnliche Probleme bezüglich Einkommen, Arbeitsmarkt oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auf diese Umstände machte Heinisch-Hosek gestern, Montag, anlässlich einer Diskussionsveranstaltung des Österreichischen Frauenrings zum Thema "Europäische Demokratie braucht Frauen. Warum bleiben erstklassige Frauen in der zweiten Reihe?" Denn in der Europäischen Union würden Frauen die Politik noch immer als Männerdomäne sehen. Daher sei es wichtig, dass die Union sozialer gestaltet würde und auch Frauen ihre Stimmen bei den EU-Wahlen abgeben. ****

Erst kürzlich sei ein Eurobarometer-Bericht mit Gender-Schwerpunkt erschienen. Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen in der EU die Politik noch immer als Männerdomäne sehen würden. Des Weiteren würden sich die Frauen mehr weibliche Vorbilder sowie eine stärkere Repräsentanz der Frauen in politischen Positionen wünschen. 46 Prozent der Frauen seien laut dieser Studie unzufrieden damit, wie ihre Interessen auf EU-Ebene bisher vertreten wurden. Des Weiteren zeige die Studie, dass die Themen gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen für die Befragten von großer Bedeutung sind. Eine Studie der Universität Exeter zeige zum Beispiel, dass Frauen ihr Interesse für Politik überdurchschnittlich öfter angäben, je mehr Frauen in der Politik vertreten wären. Daher müssten Frauen zur Beteiligung an der europäischen Politik ermuntert werden, so die Ministerin.

Repräsentanz von Frauen in Leitungsfunktionen erschreckend

Die ehemalige Justizministerin und derzeitige Leiterin der SPÖ-Delegation, Maria Berger, machte darauf aufmerksam, dass in der Politik sowie auf europäischer Ebene bezüglich der Gleichstellungspolitik gewaltige Fortschritte, wenn auch noch nicht zufriedenstellend, gemacht worden wären. Sie betonte jedoch, dass die Repräsentanz der Frauen in Leitungsfunktionen im universitären aber auch im wirtschaftlichen Bereich erschreckend sei.

Dass Frauen oft nur in der zweiten Reihe verweilen, läge auch daran, dass Frauen größtenteils nicht die Chance dazu bekämen, so Berger. Denn je höher es die Karriereleiter hinauf ginge, desto wichtiger sei das "old-boys-network".

Die Lage am europäischen Gerichtshof gestalte sich hinsichtlich der Frauen dramatisch. Jahrelang sei keine Frau in dieser Institution vertreten gewesen. Derzeit gebe es auch nur drei Frauen, von insgesamt 27 zu besetzenden Positionen.

Berger machte ebenfalls darauf aufmerksam, dass der Frauenanteil im EP schon einmal höher gewesen sei. An dieser Stelle stützte sich Berger auf eine These die besage: Desto höher sich der Machtzuwachs gestalte, desto interessanter sei dies für Männer.

Schlüsselfrage auf europäischer Ebene im Bereich der Gleichstellungspolitik sei für Berger die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Berger forderte einkommensabhängiges Kindergeld sowie den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen um die derzeitige Situation zu verbessern. (Schluss) ab

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