Was Einbrüche für Opfer bedeuten

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände wird von den Betroffenen als belastend erlebt und führt zu Angst und Unsicherheit, materielle Verluste rücken eher in den Hintergrund.

Wien (OTS) - Das Eindringen von Fremden in den eigenen Wohnbereich wird von den Bewohnern als belastend empfundener Eingriff in die Intimsphäre erlebt. Im Vordergrund steht weniger der materielle Verlust von Bargeld, Schmuck oder elektronischen Geräten, sondern das Gefühl der Angst und Unsicherheit. Dass fremde Personen die Privatsphäre verletzt haben und in den persönlichen Raum eingedrungen sind, führt bei vielen Betroffenen dazu, dass sie sich im eigenen Heim nicht mehr sicher fühlen. "Die psychischen Folgen eines Einbruchs umfassen nicht nur ein beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl, sondern führen oft auch dazu, dass sich das Leben der Opfer schlagartig ändert. Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein oder Schlafstörungen sind häufige Probleme, mit denen Betroffene nach einem Einbruch konfrontiert sind", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Opfer fragen sich: Warum gerade bei mir?

Für einige Einbruchsopfer führt das Erlebte zu einer traumatischen Belastung, die mitunter auch psychologisch behandelt werden muss. Jedes Aufschließen der Haustür erinnert an den Einbruch und führt beim nach Hause kommen zu Nervosität darüber, ob vielleicht wieder eingebrochen wurde. Manchmal wird diese Angst auch außerhalb des Wohnbereichs empfunden; die Opfer fragen sich, ob die Täter sie beobachten, sie wissen, was sie machen oder wie sie aussehen. Viele Bewohner beschäftigt die Frage, warum ihre Wohnung oder ihr Haus ausgewählt wurde. "In den meisten Fällen gibt es keinen direkten Kontakt zwischen Täter und Opfer. Dennoch bleibt bei vielen die Angst, dass die Einbrecher ihnen persönlich schaden wollten. Die überwiegende Mehrheit der Einbrecher ist aber weniger an den Privatpersonen als an ihrem Besitz interessiert und will eigentlich niemanden körperlich verletzen oder persönlich angreifen", erklärt Thann.

Wohnungswechsel als Folge von Angst vor der Rückkehr des Einbrechers

Die geringe Aufklärungsquote von rund zehn Prozent zeigt, dass ein Großteil der Täter nicht gefasst wird. Für manche Einbruchsopfer ist dies ein weiterer Unsicherheitsfaktor, da sie befürchten, dass derselbe Täter zurückkommt und erneut zuschlägt. Im Extremfall kann das soweit führen, dass Personen umziehen. "Wichtig ist, dass man sich nicht scheut, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gespräche mit vertrauten Personen aber auch mit Psychologen, die im Bereich der Opferhilfe tätig sind, helfen, die Einbruchserfahrung zu verarbeiten. Setzt man sich mit seinen Ängsten auseinander, fällt es leichter, sich in den eigenen vier Wänden wieder wohl zu fühlen", empfiehlt Thann.

Was tun, wenn eingebrochen wurde?

Wurde man Opfer eines Einbruchs, sollte sofort die Polizei verständigt und der Wohnraum nicht betreten werden, um keine Spuren zu verwischen. Ist die Spurensicherung beendet, sollte man eine Liste der gestohlenen Gegenstände anfertigen, die dann an Polizei und Versicherung weitergeleitet wird. Gestohlene Handys, Kredit- und Bankomatkarten müssen umgehend gesperrt werden. "Viele Menschen haben ihre Wohnung oder ihr Haus nicht ausreichend gesichert und handeln erst, wenn bereits eingebrochen wurde. Dabei können einfache Präventionsmaßnahmen im Vorfeld das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, verringern. Denn Einbrecher suchen in der Regel den geringsten Widerstand, sodass technische Sicherheitsvorrichtungen Täter durchaus abschrecken", schließt Thann.

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Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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