Wiener Patientenanwalt zu Flugrettungsdiskussion

Brustbauer begrüßt Initiative der Bundsländer zur Regelung des Flugrettungsdienstes

Wien (OTS) - Der Wiener PatientInnenanwalt Konrad Brustbauer begrüßt Überlegungen in den Bundesländern - zuletzt hat sich Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in Salzburg anlässlich der Eröffnung eines neuen Betriebsgebäudes für Rettungsflieger für gesetzliche Regelungen ausgesprochen - die den PatientInnen hohe Kosten ersparen. Auch in Tirol denkt man aus ähnlichen Gründen offenbar über ein neues Rettungsgesetz nach.

Situation in den Bundesländern wirkt sich auch auf WienerInnen aus

Warum interessiert sich gerade der Wiener PatientInnenanwalt so für die Rettungshubschrauber in den anderen Bundesländern? "Gut 80% der bei mir einlangenden Anfragen, Hilfeersuchen oder Beschwerden über die Flugrettung betreffen zwar Wienerinnen und Wiener, es geht aber um Rettungsflüge in anderen Bundesländern", gibt Brustbauer zu bedenken. Während es bei Flugrettungseinsätzen in Wien meist um die Frage gehe, ob ein Einsatz gerechtfertigt sei und daher die Krankenkasse die Kosten zu tragen habe, liege das Problem in den Bundesländern mit alpinen Gebieten durch viele private Flugrettungsbetreiber, die keine Kassenverträge haben oder von PatientInnen ein Vielfaches des Kassenkassentarifes verlangen, viel tiefschichtiger. "Jahr für Jahr flattern auch WienerInnen und Wienern, besonders in der Skisaison, Rechnungen auf den Tisch. Meist wurde der Helikopter gar nicht selbst angefordert", so Brustbauer. Manchmal habe man auch den Einruck, dass der Hubschrauber schon wartet und selbst dann kommt, wenn man auch mit billigeren Bergungs-oder Transportmöglichkeiten das Auslangen gefunden hätte. "Leider verrechnen nicht alle Unternehmen, so wie das etwa der ÖAMTC tut, auch direkt mit der Krankenkasse oder verlangen bei Kassenablehnung zumutbare Beträge und bereichern sich nicht auf dem Rücken der PatientInnen".

"Skipisteneuro" und gesetzliche Regelung als Lösung

Laut Brustbauer drängt sich eine ganz einfach Lösung auf: Der "Skipisteneuro": Mit der Liftkarte wird ein Euro Versicherungsprämie eingehoben und das Risiko damit abgedeckt. Ausreden von Liftbetreibern, dass damit Skifahren zu teuer wird und Gäste ausbleiben, lässt Brustbauer nicht gelten: "So einfach kann man es sich nicht machen. Wer eine Skipiste erhält, hat auch für Sicherheit zu sorgen. Sicherheit "rundum" muss daher ein Qualitätskriterium für Skigebiete werden, wozu auch die Transportkostenabsicherung gehört." Ob die Vermutung von so manchen PatientInnen stimmt, dass es Allianzen zwischen Liftbetreibern und privaten Flugrettungen gäbe und man diesen lukrative Aufträge gegen Provision zukommen lasse, kann Brustbauer nicht beurteilen. "Man kann aber PatientInnen einen solchen Verdacht nicht verdenken, wenn sich die Lift- und Pistenbetreiber so auffallend passiv gegenüber dem Problem verhalten. Und das, obwohl ein Unternehmen, das bei mir vorstellig wurde, bereits mehreren Liftbetreibern ein entsprechendes Paket mit einer Versicherung und einem Betreuungsangebot für PatientInnen vorgestellt hat. Nach dem Verursacherprinzip ist es nicht nachvollziehbar, dass nur KundInnen das Risiko tragen; auch der jeweilige Anbieter hat seinen Beitrag zu leisten", stellt sich Brustbauer hinter die betroffenen PatientInnen, denen die Zahlung mehrerer tausend Euro für einen Helikoptereinsatz nicht zumutbar ist. Brustbauer spricht sich für gesetzliche Flugrettungsregelungen in allen neun Bundesländern aus, abgestimmt auf die regionalen Bedürfnisse. Rettungsdienste -egal ob zu Land oder aus der Luft - gehören zur Daseinsvorsorge. "Wenn der freie Markt sich dort nicht bewährt und sich selbst keine sinnvollen Schranken setzt, dann müssen eben die Landesgesetzgeber solche Schranken schaffen", schließt Brustbauer. (Schluss) neu

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