Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Wenn sich Politik konterkariert (von Claudia Grabner)

Ausgabe 9. Mai 2009

Klagenfurt (OTS) - Schluss mit der Debatte! Warum? "Weil sie die soeben in Kraft getretene Steuerreform konterkariert." Sagt Finanzminister Josef Pröll - und verlangt sofortige Ruhe. Weil es ja nicht nur das Konterkarieren ist. Nein, Pröll wähnt alleine durchs Nachdenken übersteuerliche Gerechtigkeit "die weitere Konjunkturentwicklung für gefährdet". Ach ja.

Nun, man kann ein ungutes Thema zu Tode schweigen (was im Pröll´schen Fall nicht geht, weil die eigene Partei vorlaut wurde). Oder man hofft auf die Dummheit des Homo austriacus und wirft ihm pseudoökonomische Schlussrechnungs-Häppchen vor. Die aber, weil pseudo, jeder Logik entbehren. Wenn irgendwer irgendwas konterkariert, dann ist es 1) eine Steuerreform, die die größten Brocken ausgeklammert hat; 2) eine Politik, die "die heimische Konjunktur in Gefahr" sieht, so das eine oder andere Reichen-Privileg fällt. Frage: Wohin würden Österreichs 3000 Stiftungsinhaber mit ihren 60 Milliarden Euro abwandern? In eines unserer Nachbarländer, wo man sie doppelt und dreifach zur Kasse bittet? - Eben ...

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