"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Ouagadougou und IWF-Panne" (Von ALOIS VAHRNER)

Ausgabe vom 7. Mai 2009

Innsbruck (OTS) - Österreich hat schon bessere und ruhigere Zeiten erlebt als in den letzten Wochen. Da prasselte ein wahrer Gewittersturm an internationaler Kritik auf unser Land nieder.
Der Spießrutenlauf begann mit Berichten und Äußerungen aus Deutschland, in denen genüsslich auf das massive Engagement und Risiko Österreichs in Osteuropa hingewiesen wurde. Jahrelang hatten heimische Unternehmen, allen voran die Banken, die Deutschen im statt boomenden plötzlich kriselnden Osten gnadenlos abgehängt - allerdings mit Krediten von weit jenseits der 200 Mrd. Euro auch ein gehöriges Klumpenrisiko angesammelt.
Dazu kamen US-Nobelpreisträger Paul Krugman, der gar einen Staatsbankrott Österreichs in den Raum stellte, sowie falsche IWF-Zahlen über Osteuropa. Folge: Österreich musste plötzlich satte Risikoaufschläge bei Staatsanleihen zahlen - trotz Triple-A-Rating und auch heute noch weit besserer Wirtschaftsdaten als etwa die Deutschlands.
Zu allem Überdruss provozierte und beleidigte der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück in seinem Kampf gegen das Bankgeheimnis weiter. Und warf die Schweiz und Österreich mit Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, in einen Topf.
Viel von der Kritik war überzogen. Geschadet hat sie Österreichs Reputation und Volkswirtschaft dennoch massiv. Die Spitzen aus Politik und Wirtschaft hatten und haben alle Hände voll zu tun, um Schlimmeres zu verhindern. Dass Österreich auf dem internationalen Parkett Nachholbedarf hat, wurde freilich ein weiteres Mal augenscheinlich.

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