Wiener Infrastruktur verbessert sich - FBA Infrastrukturreport erscheint erstmals für Wien

Wien (OTS) - Die Infrastrukturinitiative Future Business Austria (FBA) präsentiert am 8. Mai 2009 in der Österreichischen Kontrollbank erstmals den Wiener FBA Infrastrukturreport. Wien stellt sich damit als erste Region Österreichs den vergleichenden Untersuchungen des unabhängigen Infrastrukturreports. Die Ergebnisse diskutierten u.a. Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Wiener Wirtschaftskammer Präsidentin Brigitte Jank.

Eine hochentwickelte Infrastruktur ist für die Zukunft des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Wien unverzichtbar. "Es ist sehr positiv, dass sich Wien systematisch mit dem Thema Infrastruktur beschäftigt", so Initiator und Autor des FBA Infrastrukturreports David Ungar-Klein bei der Präsentation des ersten regionalen Infrastrukturberichtes für die Stadt Wien. Ungar-Klein bezeichnet den Infrastrukturreport als Wegweiser für zukunftsträchtige Infrastrukturmaßnahmen in Wien. "Im internationalen Vergleich hat sich Wien insgesamt als einzige Hauptstadt Europas verbessern können, allerdings muss die Wiener Infrastruktur zeitgemäß weiterentwickelt werden, das bedeutet z.B. den forcierten Glasfaserausbau im IKT-Bereich", so Ungar-Klein.

Wien stellt sich als erste Region Österreichs den Untersuchungen des FBA Infrastrukturreports

Die Untersuchungsmethoden des vergangenen November präsentierten Future Business Austria Infrastrukturreports für ganz Österreich und die des Future Business Austria Infrastrukturreports für Wien sind ident und gestatten daher eine direkte Vergleichbarkeit der Ergebnisse. In den Report fließen u. a. Untersuchungen von Univ.-Prof. Dr. Bernhard Felderer (IHS), Meinungsforscher Dr. Peter Hajek und internationale Vergleichszahlen von Roland Berger Strategy Consultants ein. Wien wurde in der Untersuchung mit den 10 Hauptstädten der wichtigsten EU-Handelspartner Österreichs verglichen.

Infrastruktur für Wiener Manager besonders wichtig

In Wien tätige Manager sind jedenfalls für Infrastrukturthemen in hohem Maß sensibilisiert, zeigt die repräsentative Erhebung des Infrastrukturreports Wien. Für 37 % der Befragten stellt Infrastruktur die wichtigste Größe für einen Wirtschaftsstandort dar, für 63 % ist dieser Bereich als "einer von mehreren" Standortfaktoren von zentraler Bedeutung. In der Rangliste der spontan genannten wichtigsten Infrastrukturbereiche führt die Straße (88 %) vor der Schiene (75 %) und der IKT (66 %). 58 % der Befragten nennen die Energie, 49 % Luftfahrt, 31 % die Post und 22 % die Schifffahrt als zentrale Infrastrukturbereiche.

Die Sensibilisierung für Infrastrukturthemen ist mit 37 % in Wien höher als in Gesamt-Österreich, wo Infrastruktur nur für 30 % die wichtigste Größe eines Wirtschaftsstandortes darstellt. Laut Studie gibt es in Wien keinen Manager, für den Infrastruktur eine "untergeordnete" Rolle spielt. "Infrastruktur ist für die Wiener Manager somit ein Schlüsselthema im standortpolitischen Wettbewerb", bilanziert Meinungsforscher Peter Hajek. Vor diesem Hintergrund ist auch das kritische Ergebnis zu sehen, dass 80 % der befragten Wiener Manager die staatliche Infrastruktur als "Stückwerk" bezeichnen. Nur 17 % können eine koordinierte Politik erkennen.

Wiener Infrastruktur verbessert sich, muss aber zeitgemäß weiterentwickelt werden

Wie die Wiener Infrastruktur im europäischen Vergleich dasteht, verdeutlichen die von Roland Berger Strategy Consultants für den Infrastrukturreport erhobenen Key Performance Indikatoren (KPI). Auf der einen Seite zeigt sich, dass die österreichischen Manager die Wiener Infrastruktur insgesamt um 2 Skalenpunkte weniger gut bewerten als den europäischen Durchschnitt. "Ursache dafür ist das schlechte Abschneiden in den Bereichen Post und Schifffahrt, das durch die gute Bewertung im Bereich IKT nicht ausgeglichen werden kann", erklärt Dr. Roland Falb, Geschäftsführer und Partner von Roland Berger Strategy Consultants. Auf der anderen Seite weisen die Erhebungen nach, dass sich Wien im Durchschnitt aller erhobenen Roland Berger KPIs um einen Skalenpunkt gegenüber 2007 verbessert hat und derzeit in Sachen Infrastruktur an 4. Stelle hinter den westeuropäischen Spitzenreitern, Amsterdam, London und Madrid, liegt.

Experten diskutieren Wiener Infrastruktur

Unter der Moderation von Josef Broukal diskutierten heute Vormittag Wiens Infrastruktur-Experten vor den 100 geladenen Gästen des FBA Business Breakfast die Ergebnisse des FBA Infrastrukturreports 09 für Wien:

"Mit einer exzellenten Infrastruktur könnte der Standort Wien gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und angesichts des harten Standortwettbewerbs besser dastehen. Allein mit privatwirtschaftlichen Entscheidungen ist dies jedoch nicht möglich. Es müssen kollektive Entscheidungen getroffen werden.", so IHS-Direktor Bernhard Felderer.

Wirtschaftskammer Wien Präsidentin KommR. Brigitte Jank: "Wir haben in Wien eine sehr gute Ausgangsposition, aber wir müssen noch viele Aufgaben bewältigen, um auch beim nächsten Aufschwung, im internationalen Vergleich, mithalten zu können. Durch die Nähe der beiden Hauptstädte Wien und Bratislava haben wir die, in Europa einzigartige, Möglichkeit einen starken Wirtschaftsraum zu schaffen. Hierfür benötigen wir ausgezeichnete Verkehrsverbindungen. Auf politischer Ebene, muss sowohl international als auch national, gut zusammengearbeitet werden."

Wiens Vizebürgermeisterin Mag. Renate Brauner: "Der Infrastrukturausbau ist öffentliche Aufgabe. Durch PPP-Modelle können wir öffentliche und private Kräfte zum Vorteil aller vereinen. Die Infrastruktur stellt die Lebensadern einer Stadt dar und diese müssen pulsieren."

Dr. Hannes Ametsreiter, CEO, Telekom Austria: "Eine gut ausgebaute IKT-Infrastruktur ist die Basis für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts. Die wachsende Bedeutung von Kommunikation sowie des jederzeitigen, schnellen Zugriffs auf Wissen und Informationen stellt uns vor die Herausforderung die IKT-Infrastruktur als nachhaltigsten Bestandteil zeitgemäß auszubauen. Unser Wunsch für die Zukunft ist es, Rahmenbedingungen für den Ausbau und Investitionen in Glasfaser-Infrastruktur vorzufinden."

Ing. Mag. (FH) Andreas Matthä, Vorstandsdirektor, ÖBB-Infrastruktur Bau AG: "Infrastrukturmaßnahmen sind langfristig zu planen, stehen dann aber auch für Generationen zur Verfügung. Für die Wirksamkeit unserer Projekte in Wien ist es maßgeblich das Umland und damit Niederösterreich mit einzubeziehen. Der Wiener Hauptbahnhof mit seiner internationalen Anbindung ist derzeit der Schwerpunkt unserer Aktivitäten in Wien."

Mag. Robert Grüneis, Geschäftsführer Wien Energie: "Die Energieversorgung trägt die Verantwortung für die Lebensqualität. Vernünftige Regulierung und stabile Rahmenbedingungen müssen hierfür eine gute Basis schaffen."

KommR. Peter Hanke, Geschäftsführer Wien Holding: "Die Wien Holding wird das Investitionsvolumen der letzten Jahre ohne Abstriche fortführen. Investitionen in Infrastrukturprojekte und dadurch auch die Sicherung von Arbeitsplätzen funktionieren nur, wenn sie in enger Abstimmung mit Stadt und Bund einhergehen."

Aufschlussreiche Diskussionen über den Status der bundesweiten Infrastruktur werden für 5. November 2009 erwartet. Da erscheint der Future Business Austria Infrastrukturreports 09/10 für Gesamt-Österreich.

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