Stöger zieht im Gesundheitsausschuss erste Bilanz zu Neuer Grippe

Gesetzesmaterien des Ministeriums im Ausschuss einstimmig angenommen

Wien (OTS) - Mit der Feststellung, jedenfalls "weiter wachsam zu bleiben", zog Gesundheitsminister Alois Stöger am Freitag eine vorsichtige erste Bilanz über die Verbreitung der Neuen Grippe ("Schweinegrippe") in Österreich. "Durch die umfangreichen Vorarbeiten im Pandemieplan und einer Vielzahl sehr rasch umgesetzter Maßnahmen war unser Land sehr gut auf den neuartigen Virenstamm vorbereitet. Die Zahl der Verdachtsfälle steigt zwar weiter leicht an, aber durch die Erstuntersuchungen an den Flughäfen und die rechtzeitige Übermittlung der Fluggastdaten haben wir die Situation sehr gut im Griff", erklärte Stöger am Rande der Ausschusssitzung.

Mit Stand Freitag 8. Mai 2009 14 Uhr waren im Referenzlabor am Institut für Klinische Virologie der MedUni Wien insgesamt 38 A/H1N1-Verdachtsfälle gemeldet. Von diesen Proben war eine positiv, bei gutem Krankheitsverlauf konnte die Patientin bereits vergangenen Samstag wieder gesund aus dem Krankenhaus entlassen werden. 34 Proben waren negativ, drei Proben noch nicht ausgewertet.

Das Gesundheitsministerium hatte bereits im Jahr 2005 einen Pandemieplan erarbeitet, in dem alle Maßnahmen festgelegt sind. Auch die Bundesländer haben spezifische Pläne erarbeitet, welche die konkreten Aufgaben festlegen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat einen Vorvertrag abgeschlossen, der sicherstellt, dass für den heimischen Bedarf umgehend mit der Produktion eines Impfstoffs begonnen werden kann, sobald das Virus vorhanden ist, der Impfstoff benötigt wird und seitens des BMG - auf Basis der Empfehlungen der WHO - ein Auftrag für die Impfstoffproduktion erfolgt. Es ist sichergestellt, dass gegebenenfalls genug Impfstoff für die gesamte österreichische Bevölkerung produziert werden kann. Gegenwärtig wird an der Herstellung der Produktionsbereitschaft gearbeitet.

Bund und Länder haben genügend antivirale Medikamente eingelagert. Mit den vorhandenen Vorräten, welche ad hoc mobilisiert und verteilt werden können, können ca. 4 Millionen Personen therapiert werden. Zudem stehen ca. 8 Millionen Schutzmasken für die Bevölkerung zur Verfügung. Die Maskenvorräte können ebenfalls ad hoc mobilisiert und verteilt werden.

Nachdem die Verbreitung des neuartigen A/H1N1-Stamms bekannt wurde, setzte das Bundesministerium für Gesundheit eine Reihe von Maßnahmen:

  • Auf Basis der WHO-Warnstufe gibt es einen regelmäßigen internationalen Informationsaustausch über elektronisches Warnsystem sowie einen nationalen Informationsaustausch über die Landessanitätsdirektionen.
  • Sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene wurden die Krisenstäbe aktiviert. Sie treffen sich regelmäßig.
  • Mittels Verordnung des Gesundheitsministers wurden alle Fluglinien verpflichtet, jene Passagiere zu melden, die direkt oder via Transit aus einem betroffenen Gebiet (Mexiko) nach Österreich einreisen. Diese Personen werden am Flughafen von Ärzten der Flugambulanzen in Empfang genommen und untersucht.
  • Das BMG hat bei der AGES eine Hotline (05 05 55 555) zur Beantwortung aller Anfragen aus der Bevölkerung eingerichtet und stellt auf der Homepage www.bmg.gv.at umfassendes Infomaterial zur Verfügung.
  • Es wurden auf allen österreichischen Flughäfen Informationsblätter und Reiseempfehlungen aufgelegt. Die Reiseveranstalter wurden gebeten, Informationen zur Verhaltensweise bei möglichen Infektionen an Reisende weiterzugeben. Darüber hinaus wurden auch die Ärzte und Ärztinnen sowie Krankenhäuser mit fachspezifischen Informationen versorgt.

Gesetzesvorlagen im Gesundheitsausschuss einstimmig beschlossen

Im Gesundheitsausschuss standen bei der heutigen Sitzung vier Regierungsvorlagen aus dem Gesundheitsressort auf der Tagesordnung. Einstimmig beschlossen wurden eine Novellierung des Ärztegesetzes, eine Änderung des Arzneimittelgesetzes, des Gewebesicherheitsgesetzes, des Arzneiwareneinfuhrgesetzes 2002 und des Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetzes, eine Neuerung des Bäderhygienegesetzes sowie eine Neuerung im Blutsicherheitsgesetz von 1999.

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