Lesben und Schwule in Konzentrationslagern - Traschkowitsch: Niemals vergessen was Menschen angetan wurde!

Wien (SK) - "Die Nationalsozialisten in ihrem Wahn und in ihrem
Hass stilisierten Homosexualität zu einer "Gefahr für Volk, Staat und Rasse", der mit "rücksichtloser Energie und Entschiedenheit Einhalt geboten" werden müsse. Schätzungen zufolge standen in der Zeit des Nationalsozialismus unzählige Homosexuelle vor Gericht, wurden denunziert, verhöhnt und zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Viele von ihnen kamen in Konzentrationslagern, u.a. auch nach Mauthausen. Sie mussten den 'rosa Winkel' tragen, wurden Strafkommandos zugewiesen oder in pseudomedizinischen Experimenten erniedrigt, gepeinigt, zwangskastriert und auch brutal ermordet. Die genaue Zahl der Getöteten lässt sich nicht ermitteln", so Peter Traschkowitsch, Bundesvorsitzender und Wiener Landesvorsitzender der SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität) am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Ein würdiges Gedenken, ein nationaler Gedenkort, eine gesellschaftliche Verständigung über das ihnen zugefügte Unrecht blieb den verfolgten Homosexuellen nach Kriegsende lange verwehrt:
Über vier Jahrzehnte blieben sie aus dem offiziellen Gedenken an die NS-Opfer ausgeschlossen. Es geht um eine Kultur der Humanität, der Anerkennung und der gegenseitigen Toleranz in einem Land, in dem wir ohne Angst leben können. Dazu fordert uns die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen auf, dazu verpflichten uns das Gedenken und der Kampf vor weiteren rechtsradikalen Anfängen und Intoleranzen" führt Traschkowitsch fort.

"Noch immer werden auch in Österreich Angehörige von Minderheiten ausgegrenzt, stigmatisiert und diskriminiert. Ein bereits lange versprochenes Denkmal für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus in Wien, welches an ihr Leid und ihre Entbehrungen erinnert, muss eine lebendige Botschaft für heutige Generationen sein. Es mahnt zu Respekt vor Verschiedenheit, zur Anerkennung von Vielfalt. Es ist mehr als an der Zeit, dass von Seiten des verantwortlichen Künstlers nun endlich auch ein 'umsetzbarer' Vorschlag präsentiert wird. Sollte der nächste Vorschlag wieder aus technischen Gründen nicht umzusetzen sein, so tendiere ich wirklich dafür, kreative StudentInnen der Kunsthochschulen aufzurufen, 'realisierbare' Entwürfe für ein Denkmal zu präsentieren", so Peter Traschkowitsch abschließend. (Schluss) up/mp

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