Industrie zu Europatag: Bekenntnis zu Europa außer Streit stellen

IV-Präsident Sorger: EU ist Anker im konjunkturellen Sturmtief - gemeinsame Europaplattform www.arbeitineuropa.at mit ÖGB, Aufruf zur Teilnahme an der EP-Wahl

Wien (OTS) - (PdI) Die EU hat sich als "Friedensprojekt seit Jahrzehnten bewährt und aktuell als Anker im konjunkturellen Sturmtief" erwiesen, so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger heute, Freitag, anlässlich des Europatages am Samstag. "Ohne den entscheidenden Stabilitätsfaktor Euro und die gemeinsamen Maßnahmen auf europäischer Ebene, wären die Auswirkungen der Krise auf Österreich ungleich stärker." Kein Land könne die großen Herausforderungen, von der Finanz- und Wirtschaftskrise bis hin zur Klimapolitik, alleine lösen. Ein funktionierender Binnenmarkt sei zudem unerlässlich für den Wiederaufschwung nach der Krise.

Die Industrie begrüßt auch die gestern, Donnerstag, in Prag geschaffene neue "Östliche Partnerschaft" der Europäischen Union mit sechs Staaten der früheren Sowjetunion. Die Partnerschaft sei "ein wesentlicher Schritt zur weiteren Stabilisierung des unmittelbaren Umfelds der Europäischen Union", betonte Sorger.

"Auch die jetzigen Herausforderungen in Mittel- und Osteuropa ändern nichts an der Tatsache, dass die Region weiterhin als 'erweiterter Heimmarkt' unsere Zukunft darstellt und eine der wichtigsten Grundlagen für unseren Wohlstand ist und bleibt", sagte der IV-Präsident. Die Öffnung des Eisernen Vorhangs, der EU-Beitritt Österreichs und die Erweiterung hätten Österreich seither ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr und damit insgesamt rund 150.000 neue Arbeitsplätze gebracht.

Die Industrie, Befürworterin des EU-Beitritts der ersten Stunde, spricht sich im Zuge der Reformbemühungen der Union für die Schaffung einer gemeinsamen Stimme der EU nach außen, die Ausdehnung der Abstimmung mit qualifizierter Mehrheit, um Blockaden zu verhindern, sowie die Verkleinerung der Kommission aus. Europa sollte mit mehr Rechten für die Bürgerinnen und Bürger noch effizienter und demokratischer werden. Gefragt sei dabei aber konstruktive Mitarbeit. Gemeinsam müsse man die Chance, die die EU für Österreich bedeutet nutzen. "Globale Herausforderungen brauchen ebenso globale Lösungen. Eine starke EU, die an einem Strang zieht, stärkt Europa und damit auch Österreich", so Sorger.

Die IV hat bewusst im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament am 7. Juni gemeinsam mit dem ÖGB die Europaplattform "Arbeit in Europa" ins Leben gerufen. Auf der Website www.arbeitineuropa.at informieren Vertreter von Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber/-innen in Testimonials und Videos über die unmittelbaren Vorteile der EU-Mitgliedschaft vor allem hinsichtlich der Beschäftigung in Österreich. "Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger auf die Bedeutung Europas aufmerksam machen und sie zur Teilnahme an den Wahlen animieren. Wer in der EU mitreden will, muss am 7. Juni auch seine Stimme abgeben!", betonte Sorger. ÖGB und IV seien zwar keineswegs immer einer Meinung, doch "das Bekenntnis zu Europa ist uns viel zu wichtig, als das wir hier nicht an einem Strang ziehen würden". Es gelte, gemeinsam dem "Paradoxon" entgegenzutreten, dass die Europa-Skepsis im Land überdurchschnittlich hoch sei, obwohl gerade Österreich als stark exportorientiertes Land überdurchschnittlich vom EU-Beitritt sowie der Erweiterung profitiert habe. Dafür sei ein "Bündnis aller verantwortlichen Meinungsbildner im Land vonnöten, um das Bekenntnis zum gemeinsamen Europa außer Streit zu stellen".

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