Karlsböck zu "Drogen in Drinks": Substanz vermutlich "liquid ecstasy"

Wien (OTS) - Bei der Substanz, die wie berichtet, gestern fünf Partygästen in die Drinks gemischt worden sei, handle es sich dem Vernehmen nach um GHB, berichtete heute der freiheitliche Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck.

Gamma-Butyrolacton (GBL), eine geruch- und farblose Flüssigkeit mit einem leicht seifenartigen und salzigen Geschmack, ist ein Grundstoff zur Herstellung von GHB (Gamma-Hydroxybutyrat). Die Substanz wird auch "liquid ecstasy" genannt und wird mittlerweile - nach seiner Verwendung als Dopingmittel in Bodybuilder-Kreisen zur Stimulierung des Muskelwachstums - als Party-Droge verwendet. Die FPÖ, so Karlsböck, habe bereits mehrmals auf die Gefährlichkeit dieser Substanz hingewiesen und gefordert die Abgabe von GHB und GBL strengsten Beschränkungen zu unterwerfen. Ein diesbezüglicher Antrag liege dem Parlament vor.

GHB sei chemisch leicht herzustellen, so der freiheitliche Ärztesprecher. In der Medizin werde diese Substanz zur Behandlung der Narkolepsie und als Anästhetikum genutzt. Sie werde aber auch als Freizeitdroge genutzt. Dabei könne es kurzfristig zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindelgefühl, Luftunterdruck, Benommenheit, Muskelverspannungen, Verwirrtheit und kurzzeitigem Gedächtnisverlust kommen, wobei diese "unerwünschten" Wirkungen mit zunehmender Dosierung verstärkt aufträten, so Karlsböck. Häufiger Konsum könne zu einer Beeinträchtigung der Leber- und Nierenfunktion oder länger anhaltende Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen führen.

Die Wirkung von GHB beginne ca. 10 bis 20 Minuten nach oraler Einnahme und halte bis zu 3 Stunden an; der Höhepunkt trete nach ca. 30 Minuten ein. "Tritt beim Gebrauch geringer bis mittleren Mengen ein alkoholähnlicher Rausch (euphorisierend, entspannend, enthemmend, sexuell stimulierend, ausgeprägter Tastsinn) ein, so wird bei einer höheren Dosis laut Erfahrungsberichten Musik intensiver wahrgenommen, die Euphorie gesteigert, das schläfrige Gefühl verstärkt und es kann zu tiefem, komaähnlichen Schlaf bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen", sagte Karlsböck. In den USA oder Frankreich sei GHB auch bereits als "K.o.-Tropfen" bzw. "Vergewaltigungsdroge" eingesetzt worden, so Karlsböck.

In Österreich sei GHB 2003 in die Psychotropenverordnung aufgenommen worden und ist seither illegal; laut Arzneimittelgesetz und Rezeptpflichtverordnung ist GHB rezeptpflichtig und eine wiederholte Abgabe verboten". Bezüglich GBL gibt es derzeit keine gesetzlichen Regelungen, die die FPÖ daher seit längerer Zeit einfordere, schloss Karlsböck.

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