Gute nachbarschaftliche Beziehungen schützen vor Einbruch

Belebtheit, höhere Aufmerksamkeit und gegenseitiges Verantwortungsgefühl schrecken Einbrecher ab

Wien (OTS) - Laut Kriminalstatistik wurden im Jänner und Februar 2009 in Österreich um 16 Prozent mehr Wohnungseinbrüche und um knapp 40 Prozent mehr Einbrüche in Einfamilienhäuser verzeichnet als im Vergleichszeitraum 2008. In Wien ist der Anstieg besonders hoch: Die Zahl der angezeigten Wohnungseinbrüche stieg um 28 Prozent, bei den Einbrüchen in Einfamilienhäuser sind es sogar mehr als 60 Prozent. Wesentliches Element der Einbruchsprävention ist eine gut funktionierende Nachbarschaft. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) befragte im Auftrag der Stadt Wien Bewohner von vier Wohnbauprojekten, in denen verstärkt Aktivitäten zur Verbesserung nachbarschaftlicher Kontakte gesetzt werden. "Wichtigstes Resultat der Studie: Eine gut funktionierende Nachbarschaft erhöht nicht nur das Zufriedenheitsgefühl in der eigenen Wohnung, sondern trägt auch maßgeblich zur sozialen Kontrolle bei. Die erhöhte Aufmerksamkeit der Nachbarn gegenüber hausfremden Personen schreckt Einbrecher ab", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV.

Gute Nachbarschaftsbeziehungen verringern die Angst vor Kriminalität

Alle untersuchten Wohnbauten bieten den Bewohnern Nachbarschaftskonzepte mit Möglichkeiten zur Begegnung. Dazu zählen Sitzgelegenheiten, Spielplätze oder Höfe mit Garten. Gemeinsame Aktivitäten wie Musik- oder Badegruppen, das Bearbeiten von Kräuter-und Gemüsegärten, Kartenspielrunden und Veranstaltungen wie Hoffeste oder Vorträge zu unterschiedlichen Themen ermöglichen ein gegenseitiges Kennenlernen. In Wohnbauten sind Bewohner einander oft fremd; Gemeinschaftseinrichtungen schaffen hingegen Belebtheit. Nachbarn bleiben nicht länger anonym, sondern bauen persönliche Beziehungen auf. "Belebte Räume wirken nicht nur präventiv in Bezug auf Einbruchs- und Vandalismusdelikte. Sie geben den Bewohnern ein Gefühl von Sicherheit, auch weil diese in Gefahrensituationen um Hilfe bitten könnten", erklärt Thann. Das Nachbarschaftsnetzwerk wird von den Befragten als Ressource gesehen, auf die man in unsicheren Situationen zurückgreifen kann. Die Angst vor Kriminalität kann durch eine gut funktionierende Nachbarschaft reduziert werden. Fast alle Befragten schätzen die Kontakte zu anderen Bewohnern als sehr wichtig ein und bewerten ihre Beziehungen untereinander als sehr gut.

Anonymität schafft Bewegungsfreiheit für Einbrecher

Das erhöhte Verantwortungsgefühl gegenüber den Nachbarn erhöht auch die Zivilcourage, indem beispielsweise hausfremde Personen eher angesprochen werden. Während Anonymität zu Sorglosigkeit und Wegschauen verleitet, besteht in gut funktionierenden Nachbarschaften ein hohes Interesse daran, was in der eigenen Wohnumgebung passiert. Ein Bewohner brachte die Wichtigkeit nachbarschaftlicher Beziehungen so auf den Punkt: "Geringe Anonymität macht das Risiko für ,Böse´ höher." Aber auch Nachbarschaftshilfe wie das Entsorgen von Reklamematerial, während Bewohner auf Urlaub sind, beugt Kriminalität vor. In einigen der untersuchten Wohnprojekte gibt es bewusste Kommunikation über Sicherheitsaspekte, z.B. in Form von Warnschildern mit einem Aufruf zu erhöhter Sorgfalt vor Einbrechern. "Eine gut funktionierende Nachbarschaft kann ausreichende Beleuchtung, Einsehbarkeit und technische Schutzmaßnahmen im Bereich der Haus- und Wohnungstüren nicht ersetzen. Sie trägt aber ebenso wie diese Maßnahmen zu Wohnsicherheit bei und ist maßgeblicher Teil der Kriminalprävention", schließt Thann.

Für weitere Informationen zum Thema steht der Folder "Sichere Nachbarschaft" kostenlos unter www.kfv.at (Publikationen) zum Download zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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