SP-Bayr reagiert mit Empörung auf Forderung Straches zur Entwicklungshilfe

Ausspielen verschiedener Politikbereiche wäre unsinnig und fatal

Wien (SK) - Mit Empörung reagierte Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, auf die Äußerung vom freiheitlichen Klubobmann Strache in der heutigen Mittags-ZiB bezüglich des Vorschlags einer Streichung der Entwicklungshilfegelder. "Erstens ist es unsinnig, platt und leicht durchschaubar, verschiedene Lebens- und Politikbereiche gegeneinander auszuspielen", so Bayr empört, "aber was anderes hat Strache ja nicht gelernt. Zweitens kämen wir mit einer solchen Kurzsichtigkeit - und mit Strache - in Teufels Küche: Wir brauchen nämlich Geld für alle Lebensbereich: Arbeit, Bildung, Gesundheit, Wirtschaft, Wissenschaft, Sicherheit, Klimaschutz, Energieversorgung etc. - wer hier eine Entweder-Oder-Politik fordert, fordert den Ruin der Gesellschaft! Und die Entwicklungszusammenarbeit ist besonders in Zeiten der Globalisierung - die Fakt ist, Herr Strache - Teil der Politik und damit unabdingbar!" ****

Seit der Finanzkrise sei die Lage in den Entwicklungsländern noch prekärer geworden, wie Bayr ausführte. "Diese Finanzkrise spielt sich längst nicht mehr nur in den Glaspalästen der internationalen Finanzmetropolen ab, sondern hat mittlerweile die Wellblechhütten in den Slums und auch die Lehmhäuser auf dürren Feldern erreicht - und zwar deshalb, weil die Rohstoffpreise sinken und weil es immer weniger direkte und indirekte Investitionen reicher Länder in armen Ländern gibt", so Bayr. "Und es sind vor allem die ärmsten der armen Menschen dieser Erde, die von dieser Finanzkrise wesentlich extremer betroffen sind als wir, es sind etwa 950 Millionen Menschen, die täglich hungern!"

"Abgesehen davon ist damit einmal mehr belegt, dass Herr Strache überhaupt keine Ahnung von politischen oder wirtschaftlichen Zusammenhängen hat", stellte Bayr fest, "die von Österreich ohnehin in beschämend geringem Ausmaß geleisteten Beiträge zur Entwicklungszusammenarbeit sind nicht nur wichtig für die Entwicklungsländer, sondern enorm wichtig für Österreich selbst. Österreichische Firmen profitieren von der weltweiten Zusammenarbeit im Entwicklungssektor, die Streichung von Geldern wäre auch für die heimische Wertschöpfung eine echte Katastrophe!" (Schluss) df/mp

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