Fünf Jahre EU-Osterweiterung: Die erweiterte EU profitiert von der Migration

Wien (OTS) - Die Zuwanderung aus jenen acht osteuropäischen Ländern, die der EU vor fünf Jahren beigetreten sind, erhöhte das Bruttoinlandsprodukt in der erweiterten EU seit 2004 um 0,2% oder 24 Mrd. Euro. Das zeigt eine aktuelle Studie des European Integration Consortium, dem das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Centre for Migration Research (CMR) an der Universität Warschau, die Fondazione Rodolfo DeBenedetti (fRDB) an der Università Bocconi in Mailand, das Leverhulme Centre for Research in Globalisation and Economic Policy (GEP) an der Universität von Nottingham, das WIFO und das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) angehören.

Aufgrund der Zuwanderungsbeschränkungen kamen deutlich weniger Migranten und Migrantinnen aus acht der neuen EU-Länder nach Österreich als erwartet. Vor der Erweiterung war mit einer Zuwanderung von 30.000 bis 40.000 Personen pro Jahr gerechnet worden, tatsächlich erhöhte sich die Zahl der Personen aus den neuen EU-Ländern im Zeitraum 2004 bis 2007 um rund 10.000 pro Jahr. Dies hatte einen zusätzlichen Anstieg des Bruttoinlandproduktes um 0,3% zur Folge (verglichen mit einem Szenario ohne Zuwanderung). Die Auswirkungen der Zuwanderung aus den neuen EU-Ländern auf die Arbeitslosigkeit waren hingegen gering: Die Arbeitslosenquote wäre ohne die Zuwanderung aus den acht neuen EU-Ländern um nur 0,02 Prozentpunkte niedriger gewesen.

Zuwanderung aus den neuen EU-Ländern seit 2004 EU-weit 1 Mio.

Aufgrund der Migration wird das Bruttoinlandsprodukt der EU insgesamt bis 2011 um knapp 22 Mrd. Euro steigen, so die Studie. Bei Einführung der Freizügigkeit in allen EU-Ländern bereits ab 2009 würde der Effekt um rund 2 Mrd. Euro höher ausfallen und EU-weit 24 Mrd. Euro betragen.

Die Öffnung des Arbeitsmarktes im Zuge der EU-Osterweiterung hatte einen deutlichen Anstieg der Zuwanderung in die Kernländer zur Folge:
Rund 1 Mio. Personen wanderten im Zeitraum von 2004 bis 2007 aus den neuen EU-Ländern in die Länder der EU 15 ein. Allerdings beeinflusste die unterschiedliche Anwendung der Arbeitnehmerfreizügigkeit die regionale Verteilung der Migration stark: Rund 70% der Migration aus den acht osteuropäischen Ländern entfiel von 2004 bis 2007 auf Großbritannien und Irland, die den Arbeitsmarkt damals sofort für Arbeitskräfte aus den neuen Mitgliedsländern geöffnet hatten. 80% der Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien, die 2007 beigetreten waren, entfielen dagegen auf Spanien und Italien, die diesen beiden Ländern bereits partiell Freizügigkeit gewähren.

Finanzmarktkrise dämpft Zuwanderung

Das Expertenteam erwartet aufgrund der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise einen Rückgang der Zuwanderung. Die großen Zielländer wie Großbritannien und Irland seien besonders stark von der weltweiten Krise betroffen, so die Studie. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit in den Zielländern mache die Zuwanderung weniger attraktiv. Auch sei mit einem Anstieg der Rück-kehrmigration zu rechnen, weil ausländische Arbeitskräfte in Krisensituationen früher entlassen werden als einheimische.

Die Studie steht im Internet unter
http://www.ots.at/redirect.php?wifo2 zum kostenlosen Download bereit.
Sie ist Teil einer umfassenden Untersuchung, die ein internationales Konsortium führender Forschungseinrichtungen unter Leitung des IAB für die Europäische Kommission durchgeführt hat. Der gesamte Bericht ist unter der Internetadresse
http://www.iab.de/de/forschung/projekte/labour-mobility.aspx
verfügbar.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der folgenden WIFO-Studie: European Integration Consortium, Labour Mobility within the EU in the Context of Enlargement and the Functioning of the Transitional Arrangements, im Auftrag der Europäischen Kommission, 204 Seiten, 40 Euro, kostenloser Download:
http://www.ots.at/redirect.php?wifo4
Tabellen und Graphiken zu den Presseaussendungen des WIFO finden Sie jeweils auf der WIFO-Website,
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12

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Mag. Peter Huber, Tel. (1) 798 26 01/404,
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