Schwarz: Unterstützung Arbeitsloser ist zentrale Aufgabe der Kirche

Linzer Bischof pflanzte im Dompark einen Baum als Zeichen der Solidarität mit den Menschen , die auf der Suche nach Arbeit sind

Linz, 29.04.2009 (KAP) Die Unterstützung arbeitsloser Menschen ist eine der zentralen Aufgaben der Kirche. Das hat der Linzer Bischof Ludwig Schwarz am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Linz im Vorfeld des "Tages der Arbeitslosen" (30. April) betont. "Wir vergessen keinen einzigen arbeitslosen Menschen - ihre Sorgen sind auch unsere Sorgen!", unterstrich Schwarz, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für soziale Fragen zuständig ist.

Die Kirche leiste über die Caritas, in der Diözese Linz auch über die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung wertvolle Hilfe. Die Arbeitslosenstiftung habe unter dem Titel "Eure Sorgen sind auch unsere Sorgen" auch eine Unterlage erstellt, die in den Pfarr-Gottesdiensten in ganz Oberösterreich zur Thematisierung der Sorgen arbeitsloser Menschen beitragen soll. In Zeiten der Krise sei aber vor allem die Wirtschaftspolitik gefordert, ausreichende Einkommen und gute Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, so der Bischof. Mehr denn je müsse die Politik auf die gerechte Verteilung der gemeinsam erwirtschafteten Werte achten: "Es kann nicht sein, dass einige sich ohne Skrupel bereichern und andere in Armut ihr Dasein fristen".

Bei der Pressekonferenz wurde daran erinnert, dass die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich gegenüber dem Vorjahr um 56 Prozent zugenommen hat, bei jungen Menschen sogar um 64 Prozent. Die Politik sei jetzt gefordert, wirksame Schritte zu setzen, "damit die Arbeitslosigkeit rasch reduziert wird", betonte Bischof Schwarz.

Christian Winkler, der Geschäftsführer der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung, verwies darauf, dass es - mit einem Anstieg um zwei Drittel - eine so starke Zunahme der Arbeitslosigkeit bei jungen Leuten wie noch nie gegeben habe. Die Gefahr sei groß, dass eine ganze Generation "einen Fehlstart in ihr Arbeitsleben" hat:
"Frustration und Perspektivlosigkeit in einer Lebensphase, die von großer Hoffnung geprägt sein sollte, wirken sich verheerend auf die Psyche junger Menschen aus". Die fehlenden Lebensperspektiven seien überaus belastend. "Wer wird mich wohl brauchen können?" sei ein Satz, der ein Gefühl einer Generation beschreibt.

Die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung helfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Seit ihrer Gründung habe die Stiftung mit mehr als 2,6 Millionen Euro arbeitslose Menschen oder soziale Einrichtungen unterstützt. Im letzten Jahr seien 47 Dienstverhältnisse im Betrieb "Jona-Personalservice" der Arbeitslosenstiftung mit längere Zeit arbeitslosen Menschen abgeschlossen worden. Aber auch hier wirke sich die Wirtschaftskrise negativ aus. "Als Kirche können wir die massiven gesellschaftlichen Probleme nicht lösen, wir helfen arbeitslosen Menschen aber nach unseren Möglichkeiten immer ganz konkret", sagte Winkler. Aktuell sehe die Stiftung die Entwicklung neuer Ausbildungsangebote für arbeitslose Jugendliche als zentrale Aufgabe.

Als "Zeichen der Solidarität" pflanzten Bischof Schwarz und der Vizedirektor der oberösterreichischen Arbeiterkammer, Franz Molterer, im Dompark einen Baum. Bischof Schwarz betonte dabei: "Der Baum soll hier im Dompark als bleibendes Symbol für unsere Botschaft Wurzeln schlagen: 'Eure Sorgen sind unsere Sorgen! Wir vergessen euch nicht!' Er soll wachsen als Erinnerung an unsere gemeinsamen Ziele: die Situation arbeitsloser Menschen zu verbessern und uns mit Arbeitslosigkeit niemals abzufinden".

Mit vielfältigen Aktionen wird von kirchlicher Seite in ganz Österreich anlässlich des "Tages der Arbeitslosen" Wertschätzung und Solidarität für Arbeit suchende Menschen eingefordert. So verteilen beispielsweise in der Steiermark Mitarbeiter des Arbeitslosenfonds der Diözese Graz-Seckau Rosen an Arbeitsuchende und AMS-Mitarbeiter.

Auch in Salzburg macht der diözesane Arbeitslosenfonds mit einem "Fest der Solidarität" auf die Arbeitslosigkeit in ganz Österreich aufmerksam.

In St. Pölten nimmt Bischof Klaus Küng am "Tag der Arbeitslosen" an einer Podiumsdiskussion der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) teil.

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