Ärztekammer: Sorge um Gesundheitsversorgung der Landbevölkerung - Förderprogramm für Landmedizin gefordert

Pruckner: Es droht medizinisches Brachland

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) fordert ein spezielles Programm zur Förderung der medizinischen Versorgung von Menschen, die in entlegenen Regionen leben und arbeiten. Wie der ÖÄK-Referent für Landmedizin und Hausapotheken, Jörg Pruckner, Donnerstag in einer Presseaussendung mitteilte, würden rund zwei Millionen Österreicherinnen und Österreicher von Landärztinnen und Landärzten mit Hausapotheke gesundheitlich betreut. Doch immer weniger junge Mediziner wollen sich wegen der schwierigen Bedingungen in Randzonen niederlassen. Pruckner: "Wir müssen diesem Trend gezielt entgegenarbeiten, sonst produzieren wir für breite Bevölkerungsteile sehenden Auges medizinisches Brachland."

Die ÖÄK unterstütze daher alle Initiativen zur Verbesserung und Absicherung der Gesundheitsversorgung auf dem Land, so Pruckner. Eine erfolgreiche Strategie müsse alle inhaltlichen, organisatorischen und zeitlichen Anforderungen berücksichtigen, die mit der medizinischen Betreuung durch Landärzte verbunden sind.

"Die Landärzte haben einen umfassenden Betreuungsauftrag, der ihren Einsatz rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche fordert. Er geht weit über die medizinische Grundversorgung hinaus, denn Landärzte übernehmen gerade in den entlegenen Zonen oftmals auch fachärztliche Betreuungsfunktion", sagte Pruckner. Sie böten Untersuchung, Diagnose und Behandlung bis zur Ausgabe der verschriebenen Medikamente unter einem Dach, ohne dass der Patient oder die Patientin zusätzliche Wege zurücklegen muss. Der Landarzt oder die Landärztin mit Hausapotheke seien gut erreichbar und auch am Wochenende für die Patienten unterwegs. "Die Landmedizin ist allgegenwärtig und hat von ihrem Auftrag her weder Mühen noch Wege zu scheuen." Der Landarzt besuche immobile und bettlägerige Patienten bei jeder Witterung und bringe die benötigten Medikamente gleich mit. Gerade der Aspekt, dass die Patienten während der Behandlung auch gleich die Medikamente von ihrem Arzt erhielten, werde von der Bevölkerung sehr geschätzt, so Pruckner. Im Gegensatz zu Medikamentenausgabestellen mit stark beschränkten Öffnungszeiten, die zur Notversorgung der Landbevölkerung eingerichtet werden können, biete die ärztliche Hausapotheke umfassende gesundheitliche Betreuung und damit ein wesentliches Stück Lebensqualität auf dem Land.

Die ÖÄK begrüße laut Pruckner auch die Anregung der niederösterreichischen Apothekerkammer, die Medikamentenversorgung auf dem Land zu verbessern. "Wir treten für eine gezielte gesundheitspolitische Diskussion ein, die ihr Augenmerk vor allem auf die Sicherung der umfassenden Gesundheitsversorgung richtet und die Landmedizin für junge Ärztinnen und Ärzte wieder attraktiv macht", meinte Pruckner abschließend.(ms)

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