LR Kaiser zu 1 Mai: Frauen leisten mehr!

Frauenarbeit nicht gleich Männerarbeit

Klagenfurt (LPD) - Vor mehr als 100 Jahren gingen Arbeiterinnen
und Arbeiter auf die Straße, um auf ihre menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse aufmerksam zu machen: Täglich 14 Stunden Arbeit, schlechte Entlohnung, keinen Urlaub und keine Kranken- bzw. Pensionsversicherung - das war die Realität. 100 Jahre später arbeiten wir im Durchschnitt acht Stunden pro Tag, haben Urlaubsanspruch und sind im Alter abgesichert. Dennoch ist der 1. Mai als Tag der Arbeit heute aktueller denn je, meinte heute, Donnerstag, Frauenreferent LR Peter Kaiser.

"Männer verdienen heute noch immer um 40 Prozent mehr als Frauen, die Teilzeitquote bei Frauen liegt bei 40 Prozent, die Schere zwischen den Einkommen von Frauen und Männern geht auf und für Kindererziehung, Haushalt und Pflege sind nach wie vor Frauen zuständig", konkretisiert Kaiser als zuständiger Referent für Gleichbehandlungsfragen eine Facette des Eintretens für eine gerechtere Arbeitswelt. "Der größte Teil an unbezahlter Arbeit wird von Frauen erledigt, wenn man ihre Tätigkeit ins Bruttoinlandsprodukt hineinrechnen würde, so wäre es zwischen 50 und 140 Prozent höher", erklärte Kaiser.

Insgesamt kommen die Österreicher in einer Woche durch Produktion, Dienstleistung, Haushalt und Familie auf 260 Mio. Arbeitsstunden. Das heißt pro Woche 40,3 pro Person. Zwischen der Mann/Frau Aufteilung herrscht aber ein großer Unterschied: Frauen arbeiten 45,2 Stunden, davon 2/3 im Haushalt und in der Kinderbetreuung. Österreichs Männer arbeiten im Schnitt 35,1 Stunden wobei 1/5 der Zeit auf Haushalt und Kinderbetreuung entfällt. In den vergangen Jahren wurde zwar ein Rückgang in der Hausarbeit von Frauen festgestellt, das lässt sich aber darauf zurück führen, dass dieser Teil "ausgelagert" wurde. Was wiederum bedeutet, dass nun "Putz-Frauen" die Hausarbeit erledigen, so Kaiser.

Erwerbstätige Frauen haben eine wöchentliche Gesamtbelastung von 64 Stunden, erwerbstätige Männer von 48,4 Stunden Somit entfallen bei Frauen im Durchschnitt auf jede entlohnte Arbeitstunde 51 Minuten an unbezahlter Arbeit in Haushalt und Familie. Bei erwerbstätigen Männern sind es dagegen nur elf Minuten.

Sind Frauen mit Kindern berufstätig, trifft sie die größte Arbeitsbelastung Sie haben eine Gesamtbelastung von 71,8 Stunden pro Woche, interessanterweise ist die Arbeitsbelastung bei Alleinerzieherinnen bei 68,5 Stunden auch sehr hoch. Aber trotzdem geringer als in einer Partnerschaft. Kärntens Frauenbeauftragte Helga Grafschafter zieht deshalb den Schluss, dass "männliche Partner für Frauen mehr an Hausarbeit verursachen, als sie abnehmen".
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"Der überwiegende Teil von Pflege von Angehörigen wird privat erbracht", weiß der Frauenreferent. Fast zwei Drittel davon sind Frauen und älter als 55 Jahren. Frauen leisten mit Ihrer unbezahlten Arbeit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Dass diese Frauen und diese Arbeit sichtbar werden, dafür möchte ich mich in Zukunft einsetzen", so Kaiser.
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