Österreichische Energieagentur: Durch Inspektion von Klimaanlagen bis zu 60 % Energie sparen

Wien (OTS) - Durch regelmäßige Inspektionen von Klimageräten und die daraus folgenden Optimierungssmaßnahmen können Betreiber viel Energie sparen. Wie man diese Inspektionen kosten- und zeiteffizient gestaltet, zeigen die ersten Ergebnisse des EU-Projektes HarmonAC, das in Österreich von der Österreichischen Energieagentur umgesetzt wird.

Der Sommer ist da und Klimatisierung damit wieder ein heißes Thema! Mehr als 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der EU entfallen auf den Gebäudebereich. Neben dem Heizen macht auch die Klimatisierung von Nicht-Wohngebäuden einen beachtlichen Teil aus. Das EU-Projekt HarmonAC (Harmonizing Air Conditioning Inspection and Audit Procedures in Tertiary Building Sector) zeigt auf, wo die größten Energiesparpotentiale liegen und wie diese durch regelmäßige Inspektionen identifiziert werden können.
Die Aktivitäten im Rahmen des Projekts HarmonAC unterstützen die Umsetzung des Artikels 9 der Gebäuderichtlinie und leisten somit einen Beitrag zu mehr Energieeffizienz. Regelmäßige Wartung und Inspektion einer Klimaanlage hilft aber nicht nur beim Energiesparen, sondern bedeutet auch mehr Komfort, Sicherheit und Behaglichkeit für die NutzerInnen.

Die ersten Ergebnisse des im Rahmen von "Intelligente Energie für Europa" geförderten Projekts zeigen, wie die vorgeschriebenen Inspektionen für die Betreiber solcher Klimaanlagen kosten- und zeiteffizient durchgeführt werden könnten. Dazu werden die erzielbaren Energiesparpotentiale der Anlagen mit den Kosten für die Inspektion verglichen. Der wichtigste Kostenfaktor ist in diesem Zusammenhang der Zeitaufwand für die Inspektion.

Kostenfaktor "Zeitaufwand"

Um detaillierte Aussagen zum benötigten Zeitaufwand für Inspektionen treffen zu können, entwickelt HarmonAC einen Leitfaden, der in über 500 Feldversuchen und Fallstudien getestet wird. Dabei wird der Zeitaufwand von unterschiedlichen (realen) Inspektionstätigkeiten an verschiedenen Typen von Klimaanlagen aufgezeichnet. So können die zeitintensivsten Inspektionsschritte eruiert werden.

Erste Auswertungen von Feldversuchen dieser Art, die in Großbritannien durchgeführt wurden, zeigten dabei folgende Ergebnisse: Die Dauer einer Inspektion (inkl. der Vorinspektion) liegt zwischen 4,5 Stunden und 4,5 Tagen - je nach Komplexität des Klimasystems und Größe des Gebäudes. Dieser Zeitaufwand kann aber bei regelmäßiger Wiederholung der Inspektionen deutlich reduziert werden, wenn die benötigten Daten dazu schon aufbereitet sind, z.B. in einem standardisierten Berichtsformat. Wenn die Inspektionsberichte für weitere Inspektionen zugänglich gemacht werden, so können für die Vorinspektion 80 % und für die Inspektion selbst 20 % der Zeit eingespart werden.

Die größten Energiesparpotentiale

Zusätzlich zum Zeitaufwand für die einzelnen Inspektionsschritte werden im Rahmen des Projektes HarmonAC die identifizierten Energiesparpotentiale je Inspektionsschritt dokumentiert. Die bisher größten Einsparpotenziale liegen im Bereich der Regelung sowie dem Einsatz der richtigen Komponenten. Bis zu 60 % Energie können durch die Methode der Temperaturregelung gespart werden. Bis zu 50 % Einsparungen sind durch die Regelung der Betriebszeiten möglich -z.B. anhand von Nutzungszeiten sowie durch den Einsatz der richtigen Pumpen und Ventilatoren.

Viele Einsparquellen erschließen sich dem Experten schon während der Durchsicht der Anlagendokumentation in der Vorinspektionsphase sowie bei einem Erstgespräch mit dem Anlagenbetreiber. Bei Anlagen, die schlecht gewartet und dokumentiert sind, lässt sich anfangs meist mehr Energie einsparen, als bei Anlagen, die durch regelmäßiges Service auf dem neuesten Stand gehalten werden. Im Fall einer gut gewarteten Anlage sollte die Inspektion also so kosten- und damit zeiteffizient wie möglich gestaltet werden, damit der Betreiber nicht durch im Verhältnis zu den Einsparpotentialen hohen Inspektionskosten belastet wird.

Bis zum Projektende im August 2010 werden im Projekt HarmonAC noch weitere Feldversuche durchgeführt, um die bisherigen Ergebnisse zu verifizieren und zu festigen. Das Ergebnis in Form eines Inspektionsleitfadens mit detaillierten Angaben zu Zeitaufwand und Energiesparmöglichkeiten, soll es den Mitgliedsstaaten ermöglichen, individuelle Richtlinien zu der geforderten Inspektion zu erstellen.

Die Österreichische Energieagentur, die das Projekt in Österreich umsetzt, wird dabei von der Stadt Wien (MA 27) und dem Land Steiermark aktiv in den Feldversuchen unterstützt. Darüber hinaus wird das Projekt HarmonAC durch klima:aktiv, die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums, sowie durch das BMWFJ unterstützt.
Weitere Informationen zum Projekt unter: www.harmonac.info

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energieeffizienz in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und Interessenten unter www.energyagency.at

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