ÖAMTC: Expertenforum "Vom Verbrennungsmotor zum Elektrofahrzeug"

Kernproblem Batterie, Hybrid als Weg zum Elektrofahrzeug, Experten fordern Mobilitäts-Gesamtkonzepte

Wien (OTS) - Gibt es Mobilität ohne Emissionen? Gewinnt das Elektroauto das Rennen der alternativen Antriebe? Welche Chancen und Herausforderungen für die Automobilindustrie gibt es? Diese und andere Fragen waren Thema des heutigen Expertenforums "Vom Verbrennungsmotor zum Elektrofahrzeug" von ÖAMTC und dem Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der Technischen Universität Wien. Vier Motoren- und Fahrzeughersteller zeigen, wie sie ihren Weg zum reinen Elektrofahrzeug planen und die Zukunft einschätzen. Energieerzeuger und Experten aus der Politik skizzieren notwendige und mögliche Rahmenbedingungen. Einig sind sich die Experten im Rahmen des ÖAMTC-Expertenforums, dass Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden - und dass nachhaltige Lösungen nur durch ein Mobilitäts-Gesamtkonzept möglich sind.

Das Kernproblem des reinen Elektrofahrzeugs ist weiterhin die Entwicklung leistungsstarker Batterien. Die Lösung liegt für die Experten daher in einer schrittweisen Entwicklung vom Hybrid- zum Elektrofahrzeug. "Durch die modulare Gestaltung der hybridspezifischen Bausteine wie Start/Stopp-Systeme, integrierte E-Maschinen, Leistungselektroniken, skalierbare Batteriesysteme und Nebenaggregate und deren geschickte Kombination lassen sich verschiedenste Hybridisierungsgrade darstellen", erklärt Otmar Bitsche von Mercedes Benz. Der Motoren- und Fahrzeughersteller hat mit Standardbauräumen für die Hybridkomponenten in allen Fahrzeugklassen die Möglichkeit einer breiten, aber zugleich baureihentypischen Hybridisierung geschaffen. "Die Produktoffensive mit elektrifizierten Antrieben wird anhand konkreter Fahrzeugsteckbriefe vom Start/Stopp-Fahrzeug bis hin zum reinen E-Fahrzeug aufgezeigt", sagt Bitsche.

In die Forschung und Entwicklung von Batterien hat Renault-Nissan Allianz schon frühzeitig investiert. "Eine der wichtigsten Erfahrungen dieser Zeit ist die Notwendigkeit, die gesamte Wertschöpfungskette der Batterieentwicklung und -produktion bis hin zum Recycling zu beherrschen", erklärt Christine Tissot im Rahmen des ÖAMTC-Expertenforums. Die neue gewichtsreduzierende Lithium-Ionen-Technologie könnte laut Tissot der Durchbruch für eine mögliche Massenproduktion und damit für eine flächendeckende Einführung vollwertiger Elektrofahrzeuge sein. Als notwendig erachtet die Expertin dafür aber die enge Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. "Steuerlich begünstigende Rahmenbedingungen, ausreichende Ladeinfrastrukturen mit europaweit einheitlichen physischen und kommunikationstechnischen Standards sowie die Verankerung der Elektromobilität als festen Bestandteil in der lokalen Transportpolitik sind unabdingbar", fordert die Expertin beim ÖAMTC-Forum.

Bis mit der Entwicklung leistungsfähiger Batterien das Kernproblem der elektrisch betriebenen Fahrzeuge gelöst ist, erwartet Uwe Möhrstädt von Continental AG Zwischenlösungen mit unterschiedlichen Stufen der Hybridisierung. "Der Weg zum Elektrofahrzeug führt über Hybridfahrzeuge."

Eine gesamthafte Betrachtung der Thematik Mobilität fordert Othmar Peier von Magna Steyr. "Im Bereich der alternativen Antriebe arbeitet Magna auf der Modul-Systemebene an Technologien wie z.B. Wasserstoff-Speicherung, Lithium-Ionen Batterien und auf der Gesamtfahrzeugebene an Antriebssystemen wie Hybrid oder dem reinen Elektronantrieb", erklärt Peier im Rahmen des ÖAMTC-Expertenforums.

Mobiltät als Gesamtkonzept ist auch der Ansatz von Wolfgang Pell vom Verbund. Ein Mobilitäts-Gesamtkonzept berücksichtigt neben der Entwicklung der entsprechenden Fahrzeuge unter anderem auch das individuelle Nutzerverhalten oder beinhaltet den Aufbau einer Ladestationen-Infrastruktur. Der Umwelteffekt von Elektrofahrzeugen steht und fällt aber mit der Art der Energieerzeugung. "Elektromobilität muss erneuerbar, effizient und emissionssparend sein", unterstreicht Pell beim ÖAMTC-Expertenforum die Verantwortung der Energieerzeuger.

Rahmenbedingungen schafft auch die Politik. Peter Wiederkehr vom Lebensministerium und Andreas Dorda vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie berichten im Rahmen des ÖAMTC-Expertenforums über die jeweiligen Angebote zur Förderung der Elektromobilität. "Maßnahmen, die zur CO2-Reduktion beitragen, werden von den klima:aktiv - Förderprogrammen des Lebensministeriums unterstützt", betont Wiederkehr abschließend.

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