Österreichische Buchpreisbindung vor minimaler Anpassung

EuGH beurteilt einen Aspekt der Importregelung als europarechtswidrig, stellt die nationale Buchpreisbindung jedoch nicht in Frage

Wien (PWK326) - Wie erwartet ist heute der Europäischen
Gerichtshof (EuGH) den Schlussanträgen der slowenischen Generalanwältin Verica Trstenjak gefolgt, was eine minimale Anpassung der Importregelung der österreichischen Buchpreisbindung notwendig macht.

"Der Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich ist auf diesen Fall vorbereitet ist auf diesen Fall vorbereitet, weil er mit dem Preisbindungsanwalt Bernhard Tonninger schon nach der Verhandlung vor dem EuGH Ende Oktober in Luxemburg unmittelbar reagiert hat", so Fachverbandsobmann Prof. Michael Kernstock Im Einvernehmen mit dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, dem zuständigen Ministerium und dem Verfassungsdienst wurden bereits Möglichkeiten ausgearbeitet, wie man die Importregelung anpassen kann.

Selbst nach dem Standpunkt der Europäischen Kommission ist schon eine kleine Korrektur der Importregelung des Buchpreisbindungsgesetzes ausreichend, um die Buchpreisbindung insgesamt europarechtskonform zu machen. Dies deckt sich auch mit einem mittlerweile erstellten Universitätsgutachten, das Grundlage für eine Gesetzesnovelle sein soll.

In Österreich gibt es, wie nicht zuletzt das mit den Stimmen aller Parteien beschlossene Buchpreisbindungsgesetz zeigt, einen Grundkonsens, die Medienvielfalt bei Büchern zu fördern und deshalb auch die Strukturen des Buchhandels zu erhalten. Das Buchpreisbindungsgesetz dient jedoch auch dem Interesse der Konsumenten an angemessenen Buchpreisen. Der positive Effekt für die Konsumenten wird dadurch bewiesen, dass die Buchpreise im Vergleich zum Verbraucherpreisindex seit der Einführung des Buchpreisbindungsgesetzes im Jahr 2000 relativ um 10Prozent gesunken sind. Die erfolgreichen Buchveranstaltungen der letzten Monate machen zudem evident, dass der Stellenwert des Buchs als Kulturgut in Österreich ungebrochen ist.

Im Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft wie im Hauptverband des Österreichischen Buchhandels ist man deshalb zuversichtlich, dass die Importregelung des Buchpreisbindungsgesetzes umgehend mit den Stimmen aller im Parlament vertretenen Parteien "repariert" wird.

Aufgrund der Vorarbeiten geht Dr. Tonninger sogar davon aus, dass ein diesbezüglicher Gesetzesvorschlag noch im Mai 2009 in Begutachtung gehen kann, womit man gleichzeitig die bisherige Importregelung entrümpeln und verständlicher machten könnte. Das wäre auch ganz im Sinne von Obmann Kernstock und Gerald Schantin, Präsident des Hauptverbandes, die sich für die Branche eine Vereinfachung des Gesetzestextes wünschen. (JR)

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