Wirtschaftsverband NÖ-Pöchhacker für Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds

SWV NÖ-Vizepräsident: "Niemand käme auf die absurde Idee, die Versicherungen abzuschaffen"

St. Pölten (OTS) - Der Entgeltfortzahlungsfonds sollte schnellstmöglich wiederhergestellt und auf Angestellte ausgedehnt werden. Diese Forderung erhebt der Vizepräsident und Amstettner Bezirksvorsitzende des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes NÖ (SWV NÖ), Komm.-Rat Anton Pöchhacker.
"Viele Unternehmen können sich die Lohnfortzahlung für kranke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute nicht leisten. Das führt zu Kündigungen, die die Unternehmer genauso wenig wollen wie die betroffenen Dienstnehmer. Damit muss endlich Schluss sein", verlangt Pöchhacker.

"Der Entgeltfortzahlungsfonds wurde vor mehreren Jahren mit der Begründung abgeschafft, dass dadurch eine Lohnnebenkostensenkung erzielt wird. Mit dem gleichen kurzsichtigen Argument könnte man alle Versicherungen abschaffen. Auf eine so absurde Idee würde aber niemand kommen. Genauso wie eine Versicherung einen wichtigen und oft existenziellen Schutz darstellt, war auch der Entgeltfortzahlungsfonds eine Absicherung: Nämlich für den Fall, dass ein Arbeiter oder eine Arbeiterin krankheitsbedingt ausfällt, was für den Betrieb schon schlimm genug ist, der Lohn aber natürlich weiterbezahlt werden muss. Mit seinen Beiträgen hat sich das Unternehmen diese Lohnfortzahlung durch den Fonds gesichert."

"Heute überfordert die Lohnfortzahlung viele Betriebe", so Pöchhacker, der als Malermeister und Bodenleger ein Unternehmen mit 18 Beschäftigten führt. "Ein kleiner Handwerksbetrieb hat aufgrund der Abschaffung des Fonds schnell einmal Mehrkosten von 10.000,- Euro und höher pro Jahr. Man darf sich nicht wundern, dass jene vielen Unternehmen, die keinen oder nur einen geringen Gewinn erzielen, diese Mehrbelastung nicht bewältigen können. Dazu kommt, dass die aktuelle wirtschaftliche Situation diese Problematik weiter verschärft."

Die derzeitige Regelung, wonach Betriebe mit weniger als 51 MitarbeiterInnen ab dem zehnten Krankenstandstag für die restliche Zeit des Krankenstandes 50 Prozent des Entgelts ersetzt bekommen, sei jedenfalls keine Lösung. "Die Unternehmen erhalten dadurch in den meisten Fällen, wenn überhaupt, nur einen kleinen Teil der anfallenden Kosten."

"Wer diese Problematik abstreitet, sollte sich einmal ansehen, wie viele Dienstverhältnisse jetzt wegen der hohen Kosten von Krankenständen beendet werden. Bedenken sollte man aber auch, dass Personen mit höherem Krankenstandsrisiko, wie ältere Jobsuchende, es heute viel schwerer haben, eingestellt zu werden."
"Nur die rasche Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds kann den Betrieben die so dringend benötigte finanzielle Absicherung bei Krankenständen von MitarbeiterInnen bringen und den derzeitigen, für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unhaltbaren Zustand beenden", stellt Anton Pöchhacker fest.

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