"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Der Anti-Kdolsky"

Alois Stöger wird kein Publikumsliebling. Macht nichts, falls er Erfolg hat.

Wien (OTS) - Es hat die Aufregung um die Schweinegrippe gebraucht, um Alois Stöger fünf Monate nach seinem Amtsantritt als Gesundheitsminister erstmals ins Rampenlicht zu bringen. Es ist nicht seins, in der Öffentlichkeit zu stehen, das haben Stögers holprige Auftritte in den vergangenen Tagen gezeigt.
Macht nichts. Der Ex-Krankenkassen-Chef muss keine Unterhalter-Qualitäten haben, um eine gute Politik machen zu können. Und eine solche ist gerade im Gesundheitsbereich dringend nötig. Wenn nicht bald einschneidende Reformen kommen, gerät das heimische System ernsthaft in Wanken - Stichwort kranke Kassen.
Was Stöger bisher geleistet hat, macht nicht viel Hoffnung. Zuerst hat er die völlig verkorkste österreichische Nichtraucher-Schutz-Regelung verteidigt (als Gesundheitsminister!), dann hat er reformunwillige Ärztevertreter beruhigt, dass sich eh nichts zu ihrem Nachteil ändern wird. Zuletzt gab es sogar erste Ablöse-Gerüchte um den Oberösterreicher.
Die wahre Bewährungsprobe steht Stöger nach der Schweinegrippe-Aufregung also erst bevor. Besteht er sie, dann würde er nicht nur vom Stil her als das Gegenteil von Andrea Kdolsky in Erinnerung bleiben - als einer, der schwach begonnen, aber stark aufgehört hat.

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