Orden leisten für Österreich unverzichtbaren Dienst

"Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs" feierte 50-jähriges Bestehen - Festakt und Festgottesdienst in Stift Klosterneuburg - Kardinal Schönborn: "Zeichen eines alternativen Lebensstils" - Propst Fürnsinn: "Orden sind Biotope des Glaubens" -

Wien, 29.04.2009 (KAP) Mit einem Festgottesdienst und einem Festakt hat die "Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs" am Dienstag in Stift Klosterneuburg ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Kardinal Christoph Schönborn würdigte die unverzichtbaren Leistungen der Orden für Kirche und Gesellschaft. Auch der Vorsitzende der Superiorenkonferenz, Propst Maximilian Fürnsinn, betonte in seiner Festansprache den vielfältigen Dienst, den die Ordensgemeinschaften für Österreich und die Menschen im Land leisten.

Der neue Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, unterstrich beim Festgottesdienst ebenfalls die Verdienste der Orden für Kirche und Gesellschaft in Österreich. Mit Nuntius Zurbriggen konzelebrierten die Bischöfe Ludwig Schwarz, Christian Werner und Maximilian Aichern sowie zahlreiche Äbte aus ganz Österreich.

Die "Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs" war am 12. November 1959 mit Dekret der vatikanischen Ordenskongregation offiziell errichtet worden. Wie Propst Fürnsinn in seiner Festansprache sagte, seien die Orden in den vergangenen 50 Jahren sehr zusammengewachsen. Man fühle sich in "freundschaftlichem Geist" miteinander verbunden. Das gemeinsame Auftreten und Arbeiten in der Superiorenkonferenz stärke zum einen die Position der Orden gegenüber Staat und Kirche, bewahre andererseits aber auch einzelne Gemeinschaften vor Isolation und Enge. Die Gemeinsamkeit garantiere so auch "katholische Weite und Offenheit", betonte Fürnsinn: "Orden in Österreich bedeutet Vielfalt und keinen Eintopf".

Wörtlich sagte der Vorsitzende der Superiorenkonferenz weiter: "Die Orden sind in Österreich unverzichtbar eingepflanzt; durch ihr pastorales Wirken und ihre vielfältigen Dienste im Bereich der Schule, der Krankenhäuser, der Caritas oder in der Mission". Die Stifte und Klöster seien zugleich als geistliche Gemeinschaften wichtige "Biotope des Glaubens, Orte des Gebets und des Gottesdienstes". In einer "Welt der Heimatlosigkeit" würden sie "Orte der Gastfreundschaft und der Sinnsuche" darstellen.

"Zeit der Prüfung"

Kardinal Schönborn bezeichnete die Orden in seiner Rede u.a. als "Zeichen eines alternativen Lebensstils". In einer orientierungslosen Gesellschaft, in der Egoismus, Geld und Macht dominieren, würden die Orden neue Wege und neue Hoffnung aufzeigen, die letztlich über diese Welt hinausreichen.

Der Kardinal sprach auch von einer "Zeit der Prüfung", die viele Ordensgemeinschaften u.a. wegen akuter Nachwuchsprobleme durchmachen müssten. Aber in dieser Schwäche liege auch eine Chance, so Schönborn, glaubwürdig die Frohe Botschaft zu bezeugen und zu verkünden.

Laut einer aktuellen Statistik der Superiorenkonferenz gibt es in Österreich derzeit 85 männliche Ordensgemeinschaften mit insgesamt 1.520 Ordenspriestern und 470 Ordensbrüdern. 35 Prozent aller Priester in Österreich gehören einem Orden an. In der Erzdiözese Wien beispielsweise werden knapp 50 Prozent aller Pfarren von Orden betreut. Kardinal Schönborn betonte deshalb auch die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Ortsbischöfen und den Ordensgemeinschaften.

(forts. mgl.)
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