ÖGB-Projekt: "Gemeinschaftlichkeit das Hospiz der Stunde"

Podiumsdiskussion im Rahmen des EU-Projektes Zukunftsraum Wien-Niederösterreich-Südmähren.

Wien (ÖGB) - Das ÖGB-CMKOS EU-Projekt "Zukunftsraum Wien-Niederösterreich-Südmähren" (ZUWINS) wurde am Dienstag Nachmittag im Rahmen einer Konferenz eröffnet. Im Anschluss an die Projektpräsentation diskutierten am Podium Vertreter der Länder, Kammern und Gewerkschaften über "Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise auf unsere gemeinsame Region".++++

Die Diskutanten sprachen sich geeint für transnationale Zusammenarbeit aus um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden. Der Ausbau der Infrastruktur, Investitionen anstelle von Sparprogrammen und die aktive Teilnahme aller Interessensgruppen an einem gemeinsamen Dialog wurden gefordert.

Alfred Gusenbauer von der Arbeiterkammer Niederösterreich forderte: "Wir brauchen jetzt einen neuen 'Eisernen Vorhang', der die Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft trennt". Josef Leitner, Landeshauptmann-Stellvertreter von Niederösterreich, sieht in der "Gemeinschaftlichkeit das Hospiz der Stunde". Die Spozialpartner müssten Vorreiter in der Zusammenarbeit sein um Grenzen, die zum Teil noch heute bestehen, zu überwinden. "Ich kritisiere vehement die Abschottungshaltung - die Politik muss endlich gemeinsam Auffangnetze spannen", so Leitner.

Zusammenarbeit und Investition

Der Landeshauptmann von Südmähren, Michal Hasek, sieht in der Zusammenarbeit ebenfalls die Lösung. ZUWINS fördere die Zusammenarbeit vor allem auch im Bereich der Infrastruktur über die österreichsich-tschechischen Grenzen hinaus. Hasek: "Dadurch kann das wirtschaftliche potential der Region optimal ausgeschöpft werden." Das Investieren in Infrastruktur und die Förderung von Klein- und Mittelstandsunternehmen sei für Hasek, wie auch für Michael Ludwig, Vizebürgermeister von Wien, die richtige Strategie um die Beschäftigung trotz Krise zu verbessern.
Der Wiener Vizebürgermeister setzt parallel auf den Ausbau von Information und Kommunikation am Arbeitsmarkt. Ludwig: "Die Sparspirale muss gebrochen werden. Jetzt heißt es investieren." In Wien sieht Ludwig den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) als maßgebliche Stütze.

Neuer Wachstumsmarkt

"Das Wachstumsdreieck Wien-Bratislava-Brünn muss das gegeben Potential nützen" fordert Gusenbauer. Er sehe dabei vor allem im Bereich der "green technology" den Wachstumsmarkt der Zukunft.
Die Forschungsentwicklung müsse so angelegt werden, dass schließlich wieder Industrieproduktion herauskommt, so Manfred Anderle von der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung. Dafür müssten alle an einem Strang ziehen. "Doch leider wird die Krise teilweise künstlich gepflegt um daraus Kapital zu schlagen", so die Einschätzung von Anderle.(es)

ÖGB, 29. April 2009 Nr. 247

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