Kurzarbeit: Leitl-Kritik an "überzogenen Forderungen" einzelner Gewerkschafter

WKÖ-Chef fordert vor 1. Mai Einhalten der Sozialpartner-Vereinbarung, um Beschäftigung zu sichern: Es ist besser kürzer zu arbeiten als arbeitslos zu sein

Wien (PWK323) - "Wenn wir Arbeitsplätze auch in Zeiten der Wirtschaftskrise sichern wollen, müssen wir verstärkt auf intelligente Modelle wie Kurzarbeit setzen. Hier ist schon viel gelungen. Rund 60.000 Beschäftigte in zirka 200 Betrieben haben ihren Job behalten und arbeiten kürzer. In der nunmehrigen Krisensituation glauben aber einzelne Gewerkschafter, sich profilieren zu müssen, und verlangen mehr, als sich die Betriebe leisten können und auf Sozialpartner-Ebene vereinbart wurde." WKÖ-Präsident Christoph Leitl fordert jetzt von Gewerkschaftsseite, das derzeit erfolgreiche Modell der Kurzarbeit nicht zu gefährden: "Die zusätzlichen Gewerkschaftsforderungen auf Betriebsebene führen dazu, dass an der Kurzarbeit interessierte Betriebe zurück schrecken, weil sie in der jetzigen Lage nicht zu hohe Kosten und zu wenig Flexibilität auf sich nehmen können. Somit wird die Diskussion über diese zusätzlichen Forderungen auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen."

Der WKÖ-Chef appelliert daher an die Gewerkschaften, gemeinsam ein möglichst hohes Ausmaß an Beschäftigung zu sichern: "Am 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Da sollten wir Arbeitsplätze sichern. Da sollten alle Blockaden aufgegeben sein und Kurzarbeit ohne Zusatzforderungen ermöglicht werden. Wir dürfen den Betrieben angesichts der schwierigen Situation keine weiteren Belastungen auferlegen, sondern es ihnen erleichtern, möglichst viele ArbeitnehmerInnen weiter zu beschäftigen. Wenn in vielen Fällen Kurzarbeitsvereinbarungen mit dem ÖGB erfolgreich umgesetzt werden konnten, heißt das nicht, dass dies überall funktioniert. Es muss jede Seite ihren Beitrag dazu liefern, den Anstieg der Arbeitslosigkeit möglichst gering zu halten. Die Kurzarbeit muss daher den Betrieben letztlich auch wirtschaftlich zumutbar sein."

Die Wirtschaft erwartet, dass von Gewerkschaftsseite nun z.B. Forderungen nach einer Nettolohnersatzquote von zumindest 90 Prozent, nach überzogenen Behaltefristen, über die Sozialpartnereinigung hinaus gehende Kündigungsverboten und erheblichen Einschränkungen bei der Arbeitnehmerüberlassung fallen gelassen wird. Leitl: "Die Wirtschaftskammer berät und unterstützt selbstverständlich alle Firmen, die die Einführung von Kurzarbeit überlegen." (RH)

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