E-Wirtschaft: Jetzt 2,3 Milliarden Euro für die Konjunktur

Energieminister Mitterlehner und VEÖ-Präsident Anzengruber präsentierten Projekte zur Verdoppelung der Investitionen

Wien (BMWFJ/OTS) - Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner und VEÖ-Präsident Wolfgang Anzengruber haben heute, Mittwoch, die Konjunkturoffensive der E-Wirtschaft präsentiert. Dabei werden die Mitglieder des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) heuer und im nächsten Jahr 2,3 Milliarden Euro in den Bau neuer Kraftwerke und Netze investieren. "Das ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren eine Verdoppelung der Investitionen. Die geplanten Investitionen der E-Wirtschaft bis 2020 belaufen sich auf 13,3 Milliarden Euro. Damit können 95.000 Jahresarbeitsplätze in der Bauwirtschaft, der Elektroindustrie und bei den Anlagenbauern gesichert werden", sagte Mitterlehner. "Diese Konjunkturoffensive stärkt die Unternehmen in der Krise, sichert Arbeitsplätze, dient dem Klimaschutz und verbessert die Versorgungssicherheit", so Mitterlehner und Anzengruber unisono.

Wichtige Projekte, die jetzt im UVP-Verfahren sind, und demnächst realisiert werden können, sind beispielsweise die Kraftwerke Telfs, Koralpe, Feldsee II, Kühtai, Reißeck II und das Gemeinschaftskraftwerk Inn. Sie allein umfassen eine Investitionssumme von 1,1 Milliarden Euro. Daneben sind der Ausbau der Steiermark-Leitung und der Leitung Salzburg 1 wichtige Investitionsobjekte.

Teil der Energiestrategie Österreich

Wirtschaftsministerium und E-Wirtschaft setzen sich gemeinsam für eine verstärkte Nutzung nachhaltiger Energieformen ein, damit die Stromversorgung langfristig gesichert werden kann, die Klimaziele und die Ziele für erneuerbare Energien erreicht werden können und wichtige Impulse zur Belebung der Wirtschaft gesetzt werden. "Der Ausbau der Stromerzeugung im Inland, insbesondere der Wasserkraft, ist ein unverzichtbarer Teil der energiepolitischen Gesamtstrategie und für Österreich bringt es große Vorteile, wenn baureife Projekte so rasch wie möglich verwirklicht werden können", sagte Mitterlehner. Anzengruber verwies zudem auf die Bedeutung einer starken E-Wirtschaft: "Die E-Wirtschaft ist bereit zu investieren und die entsprechenden Mittel aufzubringen. Damit erbringen wir maßgebliche Vorleistungen für den Klimaschutz und den Ausbau der erneuerbaren Energien."

Umsetzung des Masterplans Wasserkraft

Aktuell sind 40 Wasserkraftwerke mit einer jährlichen Gesamterzeugung von rund 2,9 Milliarden Kilowattstunden in Planung oder durchlaufen gerade die Genehmigungsverfahren. "Zusammen mit den bereits in Bau befindlichen Kraftwerken entspricht das schon knapp der Hälfte des Masterplans Wasserkraft", erklärte Mitterlehner. Die Investitionssumme dieser Projekte beläuft sich auf rund 5,6 Milliarden Euro. Weitere 500 Millionen Euro werden in Projekte in den Bereichen Wind/Sonne/Biomasse mit einer Erzeugung von jährlich rund 600 Millionen Kilowattstunden investiert.

Wasserkraft ist angewandter Klimaschutz

"Wasserkraft ist die solide Basis der Stromversorgung in Österreich und gleichzeitig angewandter Klimaschutz", erklärte VEÖ-Präsident Wolfgang Anzengruber. Rund die Hälfte des bis 2020 mobilisierbaren Potenzials erneuerbarer Energien liegt im Bereich der Stromproduktion und Wasserkraft trägt 40 Prozent zum Erneuerbaren-Potenzial in Österreich bei. Anzengruber: "Wasserkraft ist damit der Schlüssel, der das Tor in die Energiezukunft öffnen wird. Ohne den Ausbau der Wasserkraft wird es nicht gehen."

Der VEÖ hat in einer umfangreichen Studie die Potenziale an erneuerbaren Energien in Österreich erheben lassen. Anzengruber:
"Aktuell werden in Österreich erneuerbare Energien im Ausmaß von 276 Petajoule genutzt, das entspricht 76,7 Milliarden Kilowattstunden, also etwa genau so viel wie wir derzeit Strom verbrauchen. Daher ist Strom aus Wasserkraft schon jetzt die wichtigste nachhaltige Energieform, weil knapp zwei Drittel des Stroms aus Wasserkraft stammen." Werden alle Potenziale im Bereich der Erneuerbaren ausgebaut, die bis 2020 mobilisierbar sind, dann kann die Energiegewinnung im Bereich der Erneuerbaren um mehr als 46 Prozent gesteigert werden. 40 Prozent des zusätzlichen Potenzials entfallen auf Strom, 44 Prozent auf Wärme und 16 Prozent auf Bio-Kraftstoff. Die erneuerbaren Energieträger könnten so 2020 umgerechnet 112,3 Milliarden Kilowattstunden zum österreichischen Energieverbrauch beitragen.

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