AK-Präsident Tumpel: "Die Menschen sind nicht schuld an der Krise"

Der AK-Präsident und FSG Spitzenkandidat diskutierte beim Team Talk mit interessierten BürgerInnen über Finanzkrise und Steuergerechtigkeit

Wien (OTS) - Der Saal im obersten Geschoß des Ringturms war bis
auf den letzten Platz gefüllt, als gestern Dienstag das Team für Wien einlud, mit dem Präsidenten der Arbeiterkammer und Spitzenkandidaten der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen, Herbert Tumpel zu diskutieren. Er sprach sich dabei für eine starke ArbeitnehmerInnenvertretung, mehr Kontrolle der Finanzmärkte und eine höhere Verteilungsgerechtigkeit durch eine stärkere Besteuerung von Vermögen aus. Nach seinem Impulsreferat stand der Dialog mit dem Publikum im Mittelpunkt des Abends. Moderiert wurde die Veranstaltung von LAbg. Elisabeth Vitouch. ****

In seinem Impulsreferat zu Beginn des Abends, der unter dem Motto "Arbeit schützen - Zukunft sichern!" stand, fand Tumpel deutliche Worte zur Finanzkrise und deren Verursacher. Die Krise sei durch hemmungslose Spekulationen und Gewinnerwartungen, die mit einer normalen Wirtschaft nichts mehr zu tun hätten, ausgelöst worden. Besonders drastisch hätten sich dabei Spekulationen mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen ausgewirkt. Der dadurch ausgelöste Preisanstieg im Vorjahr habe vor allem zu hohen Belastungen für Familien geführt, so der AK-Präsident.

Empört zeigte sich der FSG-Spitzenkandidat über den Vorschlag der Industriellenvereinigung einer Nullohnrunde. Angesichts von enormen Gewinnen der Unternehmen in den vergangenen Jahren und Managergagen, die dem bis zu 48fachen von den Bezügen der Angestellten entsprächen, sei eine solche Forderung unverschämt.
"Die Menschen sind nicht schuld an der Krise", stellte Tumpel klar und forderte eine strengere Regulierung von Spekulationen auf den Finanzmärkten.

Tumpel zeigte sich jedoch erfreut, dass zwei zentrale Forderungen der FSG zur Krisenbekämpfung, eine Lohnsteuersenkung ab 1. Jänner und eine Ausweitung der Mittel für beschäftigungspolitische Maßnahmen, verwirklicht werden konnten. "Das sind wichtige Beiträge für die Menschen und die Familien", so Tumpel.
"Wir müssen nun mit entsprechenden staatlichen Investitionen die Abwärtsbewegung bremsen und hoffentlich in eine andere Richtung bringen", forderte der AK-Präsident.

Wesentlich sei jedoch, so der FSG Spitzenkandidat, dass die Sanierung der durch derartige Maßnahmen entstehenden Defizite nicht auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden dürfe, sondern die Verursacher endlich ihren Beitrag leisten müssen. Der Umstand, dass ArbeitnehmerInnen zwei Drittel des Steueraufkommens leisten, Milliardenbesitzer sich aber oftmals aus der Verantwortung ziehen sei nicht tragbar, so Tumpel.
Deshalb seien unbedingt neue Vermögenssteuern anzudenken, dabei müsse jedoch mit hohen Freigrenzen sicher gestellt werden, dass Lebensversicherungen, Eigenheime und dergleichen nicht betroffen sind, präzisierte der AK-Präsident.

Abschließend appellierte Tumpel an alle Anwesenden von ihrem Wahlrecht bei den Wiener AK Wahlen vom 5. bis 18. Mai Gebrauch zu machen: "Nur durch eine hohe Wahlbeteiligung ist sicher gestellt, dass die Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die harten Auseinandersetzungen der Zukunft gerüstet ist." (Schluss) mt

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