Handel mit lebenden Wildtieren: Effektive Maßnahmen zu art- und tierschutzgerechtem Transport

Gemeinsame Tagung Lebensministerium und Tiergarten Schönbrunn im Elefantenhaus am 29. April 2009

Wien (OTS) - Trotz des im Jahr 2005 verhängten Einfuhrverbotes von Wildvögeln in die Europäische Union werden jährlich tausende von exotischen Tieren, vor allem Reptilien, nach Österreich eingeführt, oft aus weit entfernten Ursprungsregionen wie Afrika und Asien. Zusätzlich werden jährlich tausende von in Österreich nachgezüchteten Wildtieren wie Schildkröten, Papageien und Greifvögel, auf Börsen und Ausstellungen, über das Internet, im Zoofachhandel, über Regionalblätter, Züchter und über persönliche Kontakte verkauft. Die Tagung im Tiergarten Schönbrunn soll einen konstruktiven Dialog zwischen allen relevanten Behörden, Züchtern, Händlern und NGOs herstellen, um die Effizienz der zur Verfügung stehenden Schutzinstrumente zu thematisieren. Dies teil das Lebensministerium mit.

Wenn Wildtiere in die EU eingeführt werden, muss in bestimmten Fällen im Rahmen des dafür notwendigen artenhandelsrechtlichen Genehmigungsverfahrens geprüft werden, ob auch die angemessene Pflege und Unterbringung gewährleistet ist. Dies wird in bestimmten Fällen von der jeweiligen Wissenschaftlichen Behörde, welche bei den Ländern eingerichtet ist, vor Ort überprüft.

Nach der rechtmäßigen Einfuhr eines Wildtieres ist dessen Haltung in Österreich gemäß Tierschutzgesetz der zuständigen Landesbehörde zu melden und das Tier den tierschutzrechtlichen Vorgaben entsprechend artgerecht zu halten.

Bei einem Kauf von eingeführten oder in Österreich nachgezüchteten Wildtieren in Zoofachgeschäften und vergleichbaren Einrichtungen sind die Gewerbetreibenden verpflichtet, die Kunden über artenhandelsrechtliche und tierschutzrechtliche Bestimmungen zu informieren. Der Verkauf von Tieren über das Medium Internet ist nur nach Tierschutzgesetz genehmigten gewerblichen Haltungen oder nach Tierschutzgesetz gemeldeten Züchtern gestattet.

Tierschutzgerechte Haltungen können die Lebensdauer und den Zuchterfolg gehaltener Tiere fördern. Hier sind Zoos, allen voran der Tiergarten Schönbrunn, beispielgebend für artgerechte Tierhaltung.

Der Vollzug des Tierschutzgesetzes und der für die Wildtiere relevanten 2. Tierhaltungsverordnung obliegt den Landesbehörden gemeinsam mit den vor Ort zuständigen Amtstierärzten. Die Interessen des Tierschutzes werden durch die Tierschutzombudsmänner vertreten.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES = Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) regelt den internationalen Handel mit bedrohten Arten. Österreich hat das Übereinkommen im Jahr 1982 unterzeichnet. Seit seinem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 1995 gelten die relevanten artenhandelsrechtlichen Verordnungen der Europäischen Union auch in Österreich unmittelbar. Ergänzend dazu wurden auf nationaler Ebene das Artenhandelsgesetz und die Artenkennzeichnungsverordnung erlassen. Dies teilt das Lebensministerium abschließend mit.

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