High Heels: Bis fünf Zentimeter Absatz medizinisch unbedenklich

Schönheit muss nicht leiden. Orthopäden warnen vor zu hohen Stöckelschuhen

Wien (OTS) - "Schuh-Absätze bis zu fünf Zentimeter sind aus medizinischer Sicht unbedenklich. Sie erleichtern sogar das Abrollen der Füße beim Gehen. Alle Schuhe, die höher sind, haben in vielerlei Hinsicht jedoch negative Auswirkungen auf Füße, Beine, Hüfte und Wirbelsäule", warnt Prim. Univ.-Doz. Dr. Franz Landsiedl, Leiter der I. Orthopädischen Abteilung in Wien-Speising. "Sind die Fersen immer um mehr als fünf Zentimeter höher als die Vorderfüße gestellt, verkürzt sich nämlich die Wadenmuskulatur, die Knie können nicht mehr durchgedrückt werden. Dadurch kann sich auch die Hüftbeuge verkürzen und im Extremfall sogar Schmerzen in der Lendenwirbelsäule verursachen. Auch die Neigung zum Hohlkreuz wird durch das Stöckeln auf hohen Absätzen begünstigt."

Durch das Tragen von zu hohem Schuhwerk flacht das Fußquergewölbe ab, es wird zunehmend instabil. Landsiedl: "Ständiges Gehen mit hohen Absätzen verursacht eine Überlastung des zweiten und dritten Mittelfußknochens." Es kann zu einer Spreizfuß-Bildung kommen. Schmerzen und Schwielen sind die Folge, da die Hornhaut in diesem Bereich der Sohle durch die stete Belastung dicker wird. "Die Beschwerden sind dann nur mehr durch voluminöse Schuheinlagen und in Einzelfällen nur mehr operativ zu beheben", warnt Dozent Landsiedl.

Spreizfüße und Hallux valgus als unbequeme Folgen

Wer bereits unter einem Spreizfuß leidet, begünstigt auch die Entstehung eines Hallux valgus. Die im Volksmund sogenannten "Frostballen" entstehen durch Gelenkverschleiß im Großzehengelenk, bei dem der große Zeh im Großzehengrundgelenk nach der Kleinzehenseite hin abknickt. Die Haut über dem Ballen ist dann häufig verhornt und entzündet. Im Extremfall kann auch in diesem Fall nur mehr ein operativer Eingriff Erleichterung für die Füße schaffen. In der Tagesklinik des Orthopädischen Spitals Speising stehen diese Art der Eingriffe fast täglich auf dem Programm.

Dr. Landsiedl ist trotzdem optimistisch: "Früher hatten mehr Patientinnen Probleme in Folge von Stöckelschuhen." Heutzutage sind Frauen sportlicher und gesundheitsbewusster geworden. Der Spezialist ist erfreut über diese positive Entwicklung: "Ich sehe fast nie Frauen, die im Alltag hohe Bleistiftabsätze tragen. Und wenn sie nur vom Taxi ins Theater stöckeln, dann sind auch sehr hohe Schuhe kein Gesundheitsproblem."

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Dr. Pierre Saffarnia
Orthop. Spital Speising,Public Relations
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