Leitl: "Fünf Jahre EU-Erweiterung waren fünf gute Jahre für Österreichs Wirtschaft"

Österreich war und ist Hauptprofiteur der Erweiterung nach Mittel- und Osteuropa: mehr Wachstum, mehr Jobs und Handelsbilanzüberschuss von 6 Milliarden Euro

Wien (PWK320) - "Die fünf Jahre seit der EU-Erweiterung nach Mittel- und Osteuropa am 1. Mai 2004 waren fünf gute Jahre für die österreichische Wirtschaft: Unsere Betriebe haben die enormen Chancen in den neuen EU-Ländern bestmöglich genützt und damit Wohlstand und Beschäftigung auch in Österreich gesichert. Daran ändert - trotz aller Unkenrufe - auch die jetzige Wirtschaftskrise nichts", sagt Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Der 5. Jahrestag der Erweiterung ist ein Grund zum Feiern, weshalb die Wirtschaftskammer ihren Europatag am 30. April auch ganz diesem Thema widmet."

Unzählige Studien belegen, dass Österreich vom Aufholprozess der Reformstaaten stärker profitiert hat als alle anderen EU-Länder. "Höhere Wachstumsraten, mehr Arbeitsplätze und eine Exportbilanz, die den Außenhandel mit den meisten anderen Regionen der Welt in den Schatten stellt: Trotz aufziehender Wirtschaftskrise hat Österreich 2007 und 2008 mit den neuen EU-Ländern einen Handelsbilanzüberschuss von mehr als sechs Milliarden Euro erwirtschaftet - das ist drei Mal so viel wie im Jahr vor der Erweiterung", skizziert Leitl die rot-weiß-rote Wirtschaftsbilanz.

"In den Grenzgebieten besonders zu unseren unmittelbaren Nachbarn kann seit der Erweiterung noch intensiver und nun auch unbürokratisch zusammengearbeitet werden. Das ist vor allem für die Klein- und Mittelbetriebe ein enormer Vorteil", so Leitl. Besonders der Wegfall der Zollformalitäten und damit von Wartezeiten fällt ins Gewicht, da dadurch "just-in-time"-Lieferungen erleichtert wurden.

Abgesehen von den Exporterfolgen hat sich Österreich zu einem Top-Investor in der Region gemausert. In den letzten Jahren entfiel die Hälfte aller österreichischen Auslandsinvestitionen auf den Osten, sodass Österreich per Ende 2008 mit 50 Milliarden Euro in ganz Mittel- und Osteuropa investiert war und mit mehr als 40 Milliarden in den neuen EU-Ländern der Region. Das ist eine Verzehnfachung binnen zehn Jahren.

Den 5. Tag der EU-Erweiterung hat die Wirtschaftskammer zum Anlass für eine umfassende Bilanz aus Branchensicht genommen. "Grosso modo fällt der Befund positiv aus. Nicht nur das: Viele Ängste, die es vor allem auch in kleineren Betrieben im Handel, bei Gewerbe und Handwerk oder in der Verkehrswirtschaft gab, haben sich als unbegründet erwiesen. Aber es gibt einzelne Branchen wie die Transporteure oder die Trafikanten, die etwa nach dem Auslaufen von Übergangsfristen vor großen Herausforderungen standen. Hier ist es Aufgabe der Politik gegenzusteuern, um Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der österreichischen Wirtschaft zu vermeiden."

Im Hinblick auf das Ost-Engagement der Banken sei die aktuelle Situation zwar nicht einfach, aber "was es da in den vergangenen Wochen und Monaten an ‚Österreich-bashing‘ gab, hat weder Hand noch Fuß. Da hätten auch manche sogenannte Experten besser daran getan zu schweigen." Gerade angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise sei es wichtig, dass die Europäische Union Mittel- und Osteuropa auch in dieser schwierigen Zeit zur Seite stehe, so Leitl. Die Aufstockung der Zahlungsbilanzhilfe für die Nicht-Euro-Länder in der EU auf 50 Milliarden Euro, die nicht zuletzt dem Werben Österreichs zu verdanken ist, und die Bemühungen des IWF seien da wichtige Signale gewesen. Leitl abschließend: "Europa steht zusammen - in guten wie in schlechten Zeiten. Das gilt gerade auch jetzt." (SR)

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