Raab-Schaum: Greenpeace-Lokalaugenschein zeigt Fortschritte bei Lederfabriken

Erweiterte Kläranlage in Feldbach geht demnächst in Betrieb

Wien (OTS) - Ein von Greenpeace-Experten kürzlich durchgeführter Lokalaugenschein an der Raab gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Boxmark Feldbach wird die aufwändige Erweiterung der Kläranlage demnächst in Betrieb nehmen, und die neue Führung der Firma Wollsdorf-Leder hat glaubwürdig versichert, die dringend notwendigen Maßnahmen umzusetzen.

"Im Juli wird Boxmark die Kläranlagen-Erweiterung, die insgesamt zwei Millionen Euro gekostet hat, in Betrieb nehmen. Damit wird das Unternehmen bei der Reinigung von Gerbereiabwässern einen neuen Maßstab setzen", freut sich Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster nach Besichtigung der Baustelle. "Das Feldbacher Boxmark-Werk, vor zwei Jahren noch der größte einzelne Raabschaum-Verursacher, wird dann keinen relevanten Beitrag zur Schaumbildung mehr leisten." Dafür sorgen die beiden Hauptkomponenten der neuen Anlage: eine neue Flotation sowie der größte Aktivkohlefilter Österreichs.

Etwas anders sieht die Situation beim Jennersdorfer Boxmark-Werk aus. Da dort derzeit sehr wenig produziert wird, beabsichtigt Boxmark die dortige Kläranlagenerweiterung etwas aufzuschieben. Konkret sichert Boxmark weiterhin zu, mit dem Bau zwei Monate nachdem die Auftragsbücher wieder gefüllt sind zu beginnen, spätestens jedoch Anfang 2011. "Alle derzeitigen Emissionen liegen deutlich unter den gültigen Grenzwerten und daher ist Jennersdorf derzeit für uns kein Sorgenkind", bestätigt Greenpeace-Sprecher Schuster nach umfangreichen Recherchen vor Ort, beim Unternehmen und bei den Behörden.

Seitens der Firma Wollsdorf-Leder wurde die Zusage vom letzten Oktober, die Emissionen der Risiko-Chemikalie Naphthalin-1,5-Disulphonat um 90 Prozent zu reduzieren, eingehalten. Dies hat eine unabhängige Greenpeace-Analyse bestätigt. Allerdings ist es beim Unternehmen während der Wintermonate erneut zu ernsthaften Grenzwertüberschreitungen, vor allem bei Ammonium, gekommen.

"Nach einem eineinhalbstündigen Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer haben wir den Eindruck gewonnen, dass jetzt endlich auch Wollsdorf-Leder das Raab-Problem ernst nehmen wird", so Schuster. Es wurde zugesagt, dass bis zum Sommer rund 400.000 Euro in drei konkrete technische Verbesserungsmaßnahmen bei der bestehenden Kläranlage investiert werden. Zusätzlich wird ein geeignetes Projekt zum Kläranlagenausbau bei der Behörde eingereicht. "Im Sommer werden wir den Wollsdorf-Chef wieder treffen. Wir hoffen, dass alles nach Plan umgesetzt wird", zeigt sich Herwig Schuster optimistisch.

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DI Herwig Schuster, Chemie-Experte Greenpeace; Tel.: 0664-4319214
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace; Tel.: 0664-6126718

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