Metallindustrie-Chefverhandler Haslauer: Gewerkschaft verlässt bewährten Weg der KV-Verhandlungen

Demonstrations-Aufruf der Gewerkschaften mit dem Ziel, Lohnabschlüsse fern der konjunkturellen Realität zu erzielen

Wien (PWK319) - "Bei keiner einzigen der derzeit laufenden KV-Verhandlungen in der Elektro/Elektronikindustrie, der chemischen Industrie, der Papierindustrie oder anderen Industrien ist es bis jetzt zu einer Konfliktsituation gekommen, die ein derartiges Verhalten der Gewerkschaften rechtfertigt. Offenbar soll anders als in der Vergangenheit wirtschaftlicher Druck auf bereits ohnehin schwer geprüfte Branchen ausgeübt werden, um Lohnerhöhungen zu erzielen, die wirtschaftlich, aber auch im Hinblick auf die derzeitigen Inflationsraten in keiner Weise zu rechtfertigen sind," stellt KommRat Hermann Haslauer, Chefverhandler der Metallindustrie, in Reaktion auf die Ankündigung der Gewerkschaften fest, am 13. Mai eine Großdemonstration abhalten zu wollen. "Wir sind einiges gewohnt. Derartige Aktionen haben aber mit der bisherigen Praxis, Ergebnisse am Verhandlungstisch zu erzielen, nicht mehr viel zu tun. Es stellt sich die Frage, ob unser Bemühen um eine funktionierende Sozialpartnerschaft von den Gewerkschaften ausreichend mit getragen wird."

Angesichts der noch nicht abgeschlossenen Arbeiterkammerwahlen hält Haslauer es für nicht ausgeschlossen, dass die beabsichtigte Großdemonstration der Gewerkschaften hier Schützenhilfe leisten soll. In der Vergangenheit hätten alle KV-Verhandlungen der Industrie am Verhandlungstisch statt gefunden, daher fehlt Haslauer jedes Verständnis dafür, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Gewerkschaften den Verhandlungsweg in Frage stellen. "Bei keiner dieser Verhandlungen steht eine Nullrunde im Raum, die Aktion der Gewerkschaften ist daher nicht gerechtfertigt. Interessant wäre zu wissen, welche Meinung der nunmehrige ÖGB-Präsident Erich Foglar in dieser Causa einnimmt. Hat er doch noch im vergangen Jahr die Metallerverhandlungen geführt. " möchte Haslauer die Ausgangslage für die weiteren Verhandlungen klar stellen.

"Es wäre besser, darüber nachzudenken, wie wir die Wirtschaft beleben, die Flexibilität im Arbeitsleben verstärken, die Kosten senken, die Qualität weiter verbessern und die Forschungsquote erhöhen können," wünscht sich Haslauer auch von der Gewerkschaft zielführende Beiträge, um die Krise zu überwinden und die Ausgangslage für Lohnerhöhungen zu verbessern. (us)

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