Internet bei European Newspaper Congress in Wien stark Thema

Annäherung zwischen online und Print, Internet-Generation beeinflusst Zeitungen nachhaltig

Wien (OTS) - Die Zielgruppe der Internet-Generation erhielt im Rahmen des European Newspaper Congress, der von 26. bis 28. April in Wien stattfand, eine starke Stimme. Denn der Einfluss auf Print-Produkte sei erheblich, wie neben anderen der Schweizer Leserforscher Carlo Imboden bekräftigte. Die Schwierigkeit sei, für ein Printmedium Leser zu generieren und zu halten, die, so Imboden, zu 90 Prozent aus crossmedialen Nachrichtennutzern bestehen. Und diese hätten stringente Bedürfnisse. Gefragt sei deshalb keine Trennung, sondern eine veränderte Zusammenarbeit von online und Print, deren Schnittmenge derzeit nicht mehr als 10 Prozent betragen würde. Verändern könne man dies, indem man jedem Medium die richtige Rolle zuweise. Laut Imboden eignen sich Printmedien mehr für inhaltstiefe Berichterstattungen, bei online sieht er das Spartenprogramm besser aufgehoben. Die wichtigsten Parameter für Print: Relevanz statt Vollständigkeit und ein verbesserter Einsatz von Bildelementen. Das würde auch die Verweildauer im Text positiv beeinflussen. Inmold sparte auch nicht mit Zahlen: Unter anderem bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Verweildauer und der Auflage. Eine Minute weniger Verweildauer -bezogen auf die ganze Zeitung - bedeute drei Prozent weniger Auflage. Im Gegenzug der Hoffnungsschimmer: die Generierung von mehr Lesern durch stärkere Verschränkung von online und Print sei möglich.

Ähnlich argumentierte Manolo Riera Fischer, Art-Direktor der spanischen Zeitung "Diari de Balears". Nach einem Relaunch der Zeitung hatte diese ihre Auflage verdoppeln können. Die ausschlaggebenden Neuerungen dafür waren, neben einer auch von Inmold postulierten verbesserten Visualisierung von Inhalten, eine Anpassung des Printprodukts an online-Gewohnheiten. Neben einem verstärkten Internet-Schreibstil - kurze, klar strukturierte Texte - habe sich auch eine farbliche Kennzeichnung der einzelnen Rubriken bezahlt gemacht. Ähnlich wie bei einer Navigation im Internet wisse man dadurch immer, an welcher Stelle des Blattes man sich befinde. Weitere Anleihen aus dem Internet: zahlreiche Kurzinterviews mit "Menschen aus dem Volk" geben ein glaubwürdiges Stimmungsbarometer ab, das Online-Pendant dazu wäre der Blog. Viel Weiß, um das Auge nicht zu überfordern sei im Printbereich ebenso nützlich, die klare Gliederung selbstredend. Weiterer Bestandteil des Konzepts sei eine Verknüpfung mit dem Online Auftritt der Zeitung, wie sie zum Beispiel von TV-Sendern bereits praktiziert werde, um Detailinfos oder Zusatzgeschichten an den Leser/die Leserin zu bringen.

Fazit: Das Internet ist aus dem Printbereich nicht mehr wegzudenken. Keine neue Erkenntnis, praktisch umgesetzt wird diese aber nur zögerlich. (Schluss) kad

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