Syrischer Staatspräsident Assad eröffnet hochrangiges Wirtschaftsforum in der WKÖ

Leitl: Enormes Interesse der Teilnehmer unterstreicht die Bedeutung Syriens als solider Partner im Nahen Osten - Exportzuwachs 2008 von 46%

Wien (PWK316) - "Ich sehe im Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft gute Chancen, einen Beitrag für eine friedliche und partnerschaftliche Entwicklung in allen Regionen der Welt zu leisten", betonte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl anlässlich des Besuches des syrischen Staatspräsidenten Bashar al-Assad Dienstag am Dienstag in der WKÖ. Assad, der von einer 60-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, eröffnete gemeinsam mit Bundespräsident Heinz Fischer und WKÖ-Präsident Leitl ein österreichisch-syrisches Wirtschaftsforum mit rund 130 bedeutenden heimischen Unternehmen und insgesamt 240 Teilnehmern im Haus der Wirtschaft.

Bundespräsident Fischer bezeichnete den bisherigen Verlauf des Arbeitsbesuches von Assad als sehr zufriedenstellend und erfreulich. So habe es auch Gelegenheit gegeben, sich intensiv über gemeinsamen Bestrebungen des Friedensprozesses im Nahen Osten auszutauschen und auch das Thema Menschenrechte kritisch zu beleuchten. Fischer bedankte sich bei Leitl und der WKÖ für die Organisation des Wirtschaftsforums, "das den Austausch und die Annäherung beider Märkte noch weiter vertieft hat und damit weitere Chancen für beide Seiten eröffnet".

Beachtlicher Exportzuwachs 2008: +46,4 Prozent

"Das enorme Interesse der heimischen Exportunternehmen am Wirtschaftsforum unterstreicht die Bedeutung des syrischen Marktes für die österreichische Exportwirtschaft gerade jetzt, in weltwirtschaftlich schwierigen Zeiten", zeigte sich Leitl überzeugt. Im Jahr 2008 wuchsen die österreichischen Ausfuhren nach Syrien um beachtliche 46,4 Prozent auf 63,5 Mill. Euro - die Gesamtexporte steigerten sich im selben Zeitraum im Vergleich um 2,3 Prozent. Die wichtigsten österreichischen Exportwaren reichen von mechanische Maschinen wie Luftreinigungsanlagen, Metallbearbeitungsmaschinen und Pumpen über Eisenbahnsignalgeräte, Pharmazeutika, Holz und Papier, Schmuck, Kunststoffe sowie Metallrohre bis hin zu "energy drinks". Die österreichischen Importe aus Syrien fielen 2008 um 57,6 Prozent auf 104,8 Mill. Euro, was auf die drastisch sinkenden syrischen Öllieferungen zurückzuführen ist.

"In Syrien ist im Moment ein umfassender Reform- und Liberalisierungsprozess im Gange", führte Staatspräsident Assad aus, der sich positiv überrascht über das enorme Interesse von österreichischer Seite zeigte. Auch die Liberalisierung des Finanz-und Steuersystems sowie Privatisierungen würden, so Assad bereits Erfolge zeigen. Der syrische Präsident hofft nun auf vermehrte ausländische Investitionen. Die Chancen für heimische Exporteure, so Präsident Leitl, auch weiterhin mit syrischen Partnern erfolgreich im Geschäft zu bleiben, stünden gut. Auch fürs laufende Jahr wird ein weiteres Wirtschaftswachstum erwartet. "Die Attraktivierung des syrischen Marktes und die damit verbundene Aufwertung des privaten Sektors eröffnet neue und zusätzliche Chancen für heimische Exportunternehmen", zeigt sich Leitl überzeugt.

Das im März 2009 unterzeichnete Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Syrien und auch die bevorstehende Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Abschluss eines Investitionsschutzabkommens seien, so Leitl, weitere Bausteine für die guten bilateralen Beziehungen zwischen Syrien und Österreich.

Chancen in den Bereichen Infrastruktur, Industriemaschinen und "Gesundheit"

Chancen für österreichische Firmen bestünden, so Leitl, vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Industriemaschinen, Papier sowie bei Medizinprodukten. Neben zahlreichen Großprojekten im Infrastrukturbereich, wie Autobahnen, Kraftwerke und Pipelines gibt es rund 2000 industrielle Projekte in Planung oder im Bau. "Wir werden alles tun, um hier Projekte zu unterstützen, denn gerade in diesen Bereichen können unsere heimischen Exportunternehmen mit ihrem Know-how, Produkten und Dienstleistungen punkten und damit einen wichtige Beitrag zum weiteren Ausbau der bereits so positiv laufenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen Syrien und Österreich leisten", betonte Leitl abschließend. (ES)

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