FWF-Jahrespressekonferenz: "Rekordbewilligung und Neubeginn"

Wien (OTS) - Mit mehr als 176 Mio. EUR kann der FWF für das Jahr 2008 auf ein neues Rekordbewilligungsvolumen verweisen. Die finanzielle Basis des FWF erhält ab 2009 ein neues, deutlich solideres Fundament.

Bei der heutigen Jahrespressekonferenz des Wissenschaftsfonds FWF zog Präsident Christoph Kratky Bilanz über das Jahr 2008 und gab im Lichte der schwierigen Situation im ersten Quartal 2009 einen Ausblick auf die wichtigsten Vorhaben des FWF in der zweiten Jahreshälfte.

Wachstumspfad blieb erhalten

Mehr Geld für den FWF heißt mehr Geld für ausgezeichnete Forschung. Auch 2008 konnte das Bewilligungsvolumen des FWF im autonomen Bereich von rund 150 Mio. Euro im Jahr 2007 auf 164,4 Mio. Euro gesteigert werden. Der beauftragte Bereich ging (neuerlich) von 12,9 Mio. Euro auf 11,7 Mio. Euro zurück. Bei der Bewilligungsquote der Einzelprojekte als wichtigster Indikator für die Wettbewerbsintensität setzte sich der erfreuliche Trend aus den Jahren zuvor fort. Mit einer Bewilligungsrate von 38,9 % lag man nur 1,1 Prozentpunkte unter dem langfristig erstrebenswerten Zielwert von 40 %. Diese Bewilligungsrate gilt als der wichtigste Indikator für das Ausmaß der Wettbewerbsintensität im Bereich der Drittmitteleinwerbung Marke FWF.

Die Ausweitung des Gesamtbewilligungsvolumens um rund 7,7 % liegt in etwa in jenem Bereich, den der Rat für Forschung und Technologieentwicklung für den FWF in seiner "Strategie 2010" empfohlen hat. Im autonomen Bereich gab es sogar ein Wachstum von mehr als 9 %, was dem durchschnittlichen, langjährigen Wachstum der FWF-Bewilligungsvolumens entspricht.

Neue Qualität für die FWF-Finanzierungsbasis

Dass die Finanzierung dieses Expansionskurses zunehmend auf tönernen Füßen gestanden hatte, wurde im letzten Quartal 2008 deutlich. Die Ausweitung des Vorbelastungsrahmens als Quelle für Neubewilligungen war ausgereizt, der Ausschüttungsstopp der Nationalstiftung begann sich abzuzeichnen und das BMVIT signalisierte, dass eine Ausweitung des Budgetordinariums nicht in jenem Ausmaß erfolgen wird können, das notwendig gewesen wäre, um diese beiden negativen Effekte zu kompensieren. Damit ergab sich für 2009 vorerst eine Finanzierungslücke von rund 70 Mio. Euro. Das Aussetzen des Förderungsgeschäfts des Wissenschaftsfonds im ersten Quartal 2009 und die damit verbundene Verunsicherung der Scientific Community waren die äußerst unangenehmen Folgen.

Mit Februar 2009 wurde das Wissenschaftsministerium die alleinige Aufsichtsbehörde des FWF und mit diesem Wechsel begann das Ringen um eine möglichst rasche und nachhaltige Sanierung dieser einzigartigen und heiklen Situation. Das Ergebnis der Kraftanstrengung: Das BMWF ermöglicht dem FWF ein Neuvergabevolumen von rund 145 Mio. Euro für das Jahr 2009 und stellt für die Jahre 2009 bis 2013 insgesamt Finanzmittel in der Höhe von 800 Mio. Euro im Wege von Budgetordinarien zur Verfügung. "Angesichts der Ausgangssituation, in der wir uns befunden haben, ist das ein phantastisches Ergebnis. Beim Bewilligungsvolumen machen wir zwar einen Schritt zurück; in Sachen Planbarkeit und Kontinuität des Finanzmittelzuflusses machen wir drei Schritte nach vor. Ich möchte allen danken, die dazu beigetragen haben, die prekäre Situation zu Beginn dieses Jahres in eine stabile Arbeitsbasis zu verwandeln", kommentiert Christoph Kratky diese Entwicklung.

Die wichtigsten Vorhaben für das Jahr 2009

Als wichtigste Maßnahme wird der FWF sein Förderungsgeschäft wieder aufnehmen. Die Mai-Vergabesitzung des FWF-Kuratoriums wird auf vier Tage verlängert, um jene Projekte, die nicht im Jänner und im März 2009 entscheiden werden konnten, möglichst rasch abzuarbeiten. Damit kann der Wissenschaftsfonds zum kontinuierlich laufenden Förderungsgeschäft in allen seinen Programmen zurückkehren.

Mit der für den Monat Juni geplanten ersten Ausschreibung des Programms PEEK (Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste) betritt der FWF spannendes Neuland. Erstmals in der Geschichte des Wissenschaftsfonds zielt eines seiner Programme auf die Förderung der Schnittstelle Kunst/Wissenschaft ab. Der genaue Programmfahrplan wird in den nächsten Wochen mit dem BMWF fixiert werden.

Darüber hinaus wird der FWF alle alternativen Finanzierungsmöglichkeiten ausloten, um die Weichen für die Wiederaufnahme der Overhead-Zahlungen, für den Programmstart der Exzellenzcluster und für die erste Ausschreibung des Programms "NIKE - Netzwerk Initiative Kulturelles Erbe" zu stellen.

FWF ist professionell gemanagt

Ein hochkarätiges Expertengremium (Wirtschaftsprüfern Dr. Alfred Brogyányi und Mag. Gottfried Schellmann sowie Vizerektor Dr. Heinz Engl) untersuchte im Auftrag des BMWF insbesondere das Finanzmanagement des FWF. Erfreuliches Fazit: Der FWF hat in den vergangenen Jahren ordentlich gewirtschaftet und die Liquiditätsplanung des Wissenschaftsfonds "entspricht zur Gänze den Anforderungen" an eine Agentur, die im öffentlichen Auftrag Investitionen in das Wissenschaftssystem vornimmt.

FTFG-Novelle

Die im Zuge der Neugestaltung der Zuständigkeiten erforderliche Änderung des FTFG (Forschungs- und Technologieförderungsgesetz) bringt einige vom Wissenschaftsfonds zu begrüßende Neuerungen: Die explizite Möglichkeit der Teilnahme an europäischen und internationalen Programmen sowie die Förderung von juristischen Personen weiten das Förderungsspektrum des FWF aus und geben zusätzliche Rechtssicherheit. Die gemäß Übergangsbestimmungen vorzunehmende Neukonstituierung der FWF-Organe wird unmittelbar in Angriff genommen.

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