"Hast du meine Alpen gesehen?"

Eine Ausstellung über jüdische Bergsteiger und ihre Liebe zu den Alpen.

Innsbruck (TP/OTS) - Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, stellte im Alpenvereinshaus in Innsbruck die letzten Sonntag in Hohenems eröffnete Ausstellung "Hast du meine Alpen gesehen?" vor. Die Jüdischen Museen Hohenems und Wien erkunden darin zusammen mit dem Alpenverein die "jüdische Liebe zu den Bergen" - als Sinnbild für den frühen Antisemitismus in den alpinen Vereinen zeigt die Ausstellung eine verschlossene Schutzhütte. Der Alpenverein lädt seine Jugendgruppen ein, Geschichte(n) von jüdischen Bergsteigern und des Alpenvereins zu erkunden.

Ausstellung am Sonntag in Hohenems eröffnet

Mit der Ausstellung "'Hast du meine Alpen gesehen?' Eine jüdische Beziehungsgeschichte", die am Sonntag in Hohenems eröffnet wurde, laden die beiden Jüdischen Museen Wien und Hohenems zu einer Neuentdeckung der Alpen ein. "Die jüdische Liebe zu den Bergen zu erkunden", ist das Ziel dieser Ausstellung, die anschließend in Wien und München gezeigt werden wird.

In sieben Kapiteln erzählt die Ausstellung von Spannungsfeldern des Alpinismus, von jüdischen Bergsteigern wie Paul Preuß, Viktor Frankl oder Josef Braunstein, von den Alpen als Fluchtort, aber auch vom Antisemitismus in den alpinen Vereinen.

Alpenverein als Kooperationspartner

Der Alpenverein, von den Jüdischen Museen zur Kooperation eingeladen, nahm dies als willkommene Gelegenheit wahr, sich seiner Vergangenheit in einem kompetenten Umfeld zu stellen und beteiligte sich mit Recherchen und Leihgaben aus der Alpenvereinsgeschichte.

Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges breitete sich der Antisemitismus im österreichischen Vereinswesen rasant aus. Auch die alpinen Vereine führten sogenannte "Arierparagraphen" ein und schlossen damit Juden aus dem Vereinsleben aus. Im größten alpinen Verein Europas, dem damaligen 'Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein' führte der Antisemitismus zu einem erbitterten mehrjährigen Streit, der 1924 mit dem Ausschluss der 1921 vorwiegend von Juden gegründete Sektion Donauland in Wien aus dem Alpenverein endete.

"Im Alpenverein spielte sich ein politischer Prozess ab, ein Probelauf, ein Testfall für die Arisierung: Innerhalb von ein paar Jahren wurden die Juden hinausgedrängt", sagt Hanno Loewy.

Angebot an die Jugend

Als aktiven und nachhaltigen Beitrag zu dieser Kooperation mit den jüdischen Museen bietet der Alpenverein seinen Jugendgruppen ein partizipatives Vermittlungsprojekt zur Geschichte des Alpenvereins an, das spannende Ergebnisse erwarten lässt. Gruppen der Alpenvereins-Jugend werden dabei selbständig Themen und Fragestellungen, die sich aus der Ausstellung ergeben, bearbeiten und in für sie adäquaten Formen umsetzen.

Alpenverein stellt sich seiner Geschichte

Der Alpenverein sieht diese Kooperation als einen weiteren Schritt in der offenen Auseinandersetzung mit den Schattenseiten seiner eigenen Geschichte, sagte Oskar Wörz, Vizepräsident des Oesterreichischen Alpenvereins. Die Ausstellung "Hast Du meine Alpen gesehen?" bietet dabei die einzigartige Gelegenheit, den Antisemitismus im Alpenverein nicht, wie üblich, als Krise des Vereins zu betrachten, sondern im breiten Rahmen der Betätigungsfelder jüdischer Alpinisten aus der Perspektive der Opfer dieser "Vereinspolitik" wahrzunehmen.

Die Ausstellung "Hast Du meine Alpen gesehen?" ist bis 4. Oktober im Jüdischen Museum Hohenems zu sehen, ab 15. Dezember im Jüdischen Museum Wien und im kommenden Jahr im Alpinen Museum München. Der umfangreiche Katalog ist im Buchhandel sowie im Web-Shop des Oesterreichischen Alpenvereins (alpenverein.at/shop) erhältlich.

Weitere Informationen zur Ausstellung:
http://www.jm-hohenems.at/

Bilderdownloads:
http://www.jm-hohenems.at/index.php?id=5030&lang=0

Rückfragen & Kontakt:

Birgit Sohler (Jüdisches Museum Hohenems)
sohler@jm-hohenems.at
Tel.: +43 (0)5576 73989-13

Oskar Wörz (Vizepräsident des Oesterreichischen Alpenvereins):
Tel.: +43 (0)664 8125181

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