Kommunalkredit: Liquiditätssituation stabilisiert; gute Wachstumsbasis im kommunalen und Infrastrukturkerngeschäft

Wien (OTS) -

  • Konzernjahresergebnis beträgt EUR -1.454,6 Mio. nach Bundesbürgschaft von EUR 1.207,9 Mio.
  • Jahresergebnis enthält EUR 1.966,8 Mio. nicht realisierte Bewertungsverluste
  • Liquiditätssituation stabilisiert; gute Wachstumsbasis im kommunalen und Infrastrukturkerngeschäft
  • Restrukturierungsplan in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Finanzen

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Die Kommunalkredit Austria AG hat heute ihr Ergebnis für das Geschäftsjahr 2008 vorgelegt. Nach positiv wirkender Bürgschaft des Bundes von EUR 1.207,9 Mio. beträgt das Konzernjahresergebnis minus EUR 1.454,6 Mio. Im Jahresergebnis enthalten sind nicht realisierte Bewertungsverluste aus dem CDS- und Wertpapierportfolio von EUR 1.966,8 Mio.

Im November des Geschäftsjahres wurde die Bank aufgrund einer akuten Liquiditätskrise von der Republik Österreich übernommen, welche nunmehr 99,78-%-Aktionär der Kommunalkredit ist; 0,22 % werden weiterhin vom Österreichischen Gemeindebund gehalten. Neben der positiven Wirkung auf die Gewinn-und-Verlustrechnung ergibt sich zum Jahresultimo aus der Bürgschaft des Bundes eine Eigenmittelquote von 8,5 % und Kernkapitalquote von 5,0 %; diese erhöhten sich zum 9. Jänner 2009 in Folge der Anrechnung von EUR 372,5 Mio. Partizipationskapital auf 12,6 % bzw. 9,0 %. Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2008 EUR 37,5 Mrd.

Auf Basis der neuen Eigentümerstruktur und mit Unterstützungsmaßnahmen aus dem Interbankmarkstärkungsgesetz (IBSG) und Finanzmarktstabilitätsgesetz (FinStaG) ist es gelungen, die gebotenen Prioritäten erfolgreich umzusetzen: Sicherung der Liquidität; Transparenz der Situation und Jahresabschluss; Restrukturierungsprogramm mit weiterführenden Maßnahmen.

Im Zuge eines vom Bundesministerium für Finanzen und der Europäischen Union zu genehmigenden Restrukturierungsprogrammes sollen die nicht strategischen Geschäftsfelder im Bereich der Finanzinvestments und CDS-Risikoabsicherung (Credit Default Swaps), die wesentlich zur krisenhaften Entwicklung beigetragen haben, abgebaut werden, sodass die Funktionsfähigkeit der Kommunalkredit in ihrem Kernbereich nicht negativ beeinträchtigt wird. Die Geschäftstätigkeit der Kommunalkredit International Bank Ltd in Limassol, Zypern, soll - in enger Abstimmung mit den zuständigen Aufsichtsbehörden - im Laufe des Jahres 2009 eingestellt werden.

Im Kerngeschäft, der Betreuung und Finanzierung von kommunalem und infrastrukturnahem Projektgeschäft, kann die Kommunalkredit auch im Jahr 2008 Zuwächse erzielen. Kommunale und infrastrukturnahe Projekte werden weiterhin auf Basis einer breiten Produktpalette realisiert. Das Gesamtvolumen zum Ende 2008 betrug EUR 10,7 Mrd.

Details zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kommunalkredit 2008

Ertragsentwicklung

Für das Geschäftsjahr 2008 ergibt sich auf Basis von IFRS nach Berücksichtigung der positiv wirkenden Bürgschaft der Republik Österreich von EUR 1,2 Mrd. ein negatives Konzernjahresergebnis von EUR 1.454,6 Mio. Die größte negative Einzelposition stellen Mark-to-Market-Bewertungen über EUR 1.087,8 Mio. aus einem Credit Default Swap-Portfolio von EUR 12.118,8 Mio. (Protection sold) dar.

Insgesamt beziehen sich die Risken der Kommunalkredit-Gruppe aus dem CDS-Geschäft vor allem auf souveräne und staatsnahe Risken. Corporate-Risken bestehen im Ausmaß von 1,4 %; zirka 67,2 % des Portfolios erstrecken sich auf EU-Kernländer; 18,9 % auf neue EU-Mitgliedstaaten; 2,4 % auf Nicht-EU-CEE-Länder; die verbleibenden 11,5 % beziehen sich auf Partner mit globaler Streuung.

Insgesamt sind die Gesamtaktiva durch einen hohen Anteil von staats- und staatsnahen Risken gekennzeichnet. Dieser Anteil beträgt am Gesamtportfolio beträgt 61 %. Das Portfolio war bisher nur in einem geringen Umfang von einer negativen Rating-Migration betroffen; 57 % verfügen über ein AAA/AA-Rating gegenüber 62 % im Jahr 2007.

Von der Bürgschaft der Republik Österreich gedeckt und ansonsten wertzuberichtigende Positionen sind insbesondere Bewertungen und Auflösungskosten von Wertpapierstrukturen mit EUR 651,7 Mio. sowie Wertpapierpositionen gegenüber isländischen Banken, welche mit EUR 176,5 Mio. zu 90 % bevorsorgt wurden. Weiters betroffen sind Forderungen gegenüber Lehman Brothers (EUR 44,8 Mio.) und Washington Mutual (EUR 18,2 Mio.), welche damit zu 90 % bzw. 80 % wertberichtigt wurden.

Der Zinsüberschuss stieg um EUR 9,5 Mio. auf EUR 90,0 Mio. und stellte eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 11,8 % dar. Das Provisionsergebnis stieg um EUR 2,7 Mio. oder 14,8 % - vor allem in Folge der erhöhten CDS-Volumina - auf EUR 20,6 Mio. Der Sonstige betriebliche Erfolg war in Folge der Abschreibung des Beteiligungsansatzes der Dexia-Kom von EUR 176,5 Mio. negativ.

Der Verwaltungsaufwand stieg um 6,2 % von EUR 40,0 Mio. (2007) auf EUR 42,5 Mio. im Jahr 2008. Darin enthalten sind Personalkosten im Ausmaß von EUR 21,7 Mio. (2007: EUR 21,8 Mio.) sowie Verwaltungskosten im Ausmaß von EUR 18,0 Mio. (2007: EUR 15,6 Mio.).

Aufgrund des negativen Jahresergebnisses werden im Jahr 2009 Ausschüttungen bzw. Kuponzahlungen auf gewinnabhängige Emissionen entfallen.

Bilanzstruktur

Zum Jahresende 2008 betrug die Bilanzsumme EUR 37,5 Mrd. im Vergleich zu EUR 32,7 Mrd. im Geschäftsjahr 2007. Die Steigerung erfolgte vor allem in den ersten drei Quartalen des Berichtsjahres. Die Forderungen an Kunden erhöhten sich von EUR 13,5 Mrd. auf EUR 18,2 Mrd. Darin enthalten sind Umbuchung aus dem Available-for-Sale-Bestand in "Kundenforderungen" nach IAS 39.50E im Ausmaß von EUR 3,9 Mrd. Die Forderungen an Kreditinstitute stiegen von EUR 6,7 Mrd. auf EUR 8,5 Mrd.

Risikogewichtete Aktiva und Eigenmittel

Das Kernkapital betrug per 31. Dezember 2008 bei EUR 454,8 Mio.; die anrechenbaren Eigenmittel waren EUR 784,3 Mio. Die Eigenmittelquote lag bei 8,5 % bei einem Tier 1-Ratio von 5 %. Durch die Anrechnung von Partizipationskapital in der Höhe von EUR 372,5 Mio. ab 9. Jänner 2009 erhöht sich das Kernkapital auf EUR 827,3 Mio. und die anrechenbaren Eigenmittel auf EUR 1.156,8 Mio. Die Eigenmittelquote erreicht damit insgesamt 12,6 % bei einem Tier 1-Ratio von 9,0 %. Die risikogewichteten Aktiva haben sich im Verlauf des Jahres 2008 von EUR 8,1 Mrd. auf EUR 9,2 Mrd. erhöht.

Refinanzierungsstruktur

Zum Zeitpunkt der Übernahme durch die Republik bestand per Ende Dezember eine Liquiditätslücke von EUR 5,3 Mrd., die sich zum Ende des ersten Quartals 2009 auf EUR 9 Mrd. auszuweiten drohte. Die Maßnahmen des Vorstandes waren daher zunächst auf die Liquiditätssicherung gerichtet. Neben einer dringlichen, aber nur vorübergehend beanspruchten Unterstützung aus dem Emergency Liquidity Assistance (ELA)-Programm der EZB/OeNB konnte die Liquiditätssituation mit Hilfe von bundesgarantierten Emissionen sowie einer Reihe weiterer Maßnahmen auf den Geld- und Kapitalmärkten erfolgreich stabilisiert werden.

Am 21. Jänner 2009 wurde von der Kommunalkredit eine Benchmarkanleihe über EUR 1,5 Mrd. mit Garantie der Republik Österreich begeben. Auf Basis der Staatsgarantie wurde von den drei großen Ratingagenturen Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s eine Triple-A-Bewertung vergeben. Anfang Februar folgte die Emission einer CHF-250-Mio.-Anleihe mit einjähriger Laufzeit und staatlicher Garantie in zwei Tranchen. Eine weitere staatsgarantierte Anleihe wurde Ende Februar platziert, das geplante Volumen von EUR 750 Mio. wurde deutlich überzeichnet und auf EUR 1 Mrd. aufgestockt.

Wesentliche Beteiligungen

Die Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) ist im Wesentlichen auf die Beratung und Implementierung von Förderungs- und Programmmanagementaufgaben (Umweltförderungen des Bundes etc.) spezialisiert. Allein im Bereich Förderungs- und Programmabwicklungen wurden im Jahr 2008 14.745 Projekte bearbeitet und damit EUR 433 Mio. an Fördermitteln abgewickelt. Seit Mitte April 2009 managt die KPC im Rahmen des Konjunkturpaketes des Bundes die thermische Gebäudesanierung für Unternehmen und für Privatpersonen (EUR 100 Mio.).

Die Kommunalnet E-Government Solutions GmbH, eine 50-%-Beteiligung der Kommunalkredit, fungiert als wichtige Intranet-Informations- und Arbeits-Plattform für Gemeinden, Bund und Länder. Per Ende Dezember 2008 hatte Kommunalnet 1.876 angeschlossene Gemeinden mit 7.247 registrierten Nutzern.

Ausblick

Die Kommunalkredit ist auf Basis der neuen Eigentümerstruktur und der damit verbundenen Stabilisierung der Liquiditätssituation gut auf das gegenwärtig schwierige Marktumfeld eingestellt. Bereits in den letzten Monaten wurde der Geschäftsfokus ausschließlich auf das Kerngeschäft im kommunalen Finanzierungsbereich inklusive der kommunal- und infrastrukturnahen Projektfinanzierung gelegt. Kommunalnahe Infrastrukturprojekte sind ein wichtiger Motor für die Lebensqualität und ein bedeutender Faktor für die konjunkturelle Entwicklung vor allem auf kommunaler Ebene und im öffentlichen Bereich.

Die Kommunalkredit ist gut gerüstet, den konkreten Bedürfnissen mit einer breiten Produktpalette zu entsprechen, und bestrebt, ein interessierter und interessanter Gesprächspartner für ihre Kunden zu sein.

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Cornelia Schragl-Kellermayer (Kommunikation & Marketing)
Tel.: +43 (0)1/31 6 31-532 oder +43 (0)676/88 3163 532
c.schragl@kommunalkredit.at; www.kommunalkredit.at

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