Zeitarbeiter haben vier Mal höheres Unfallrisiko

Psychische Erkrankungen steigen stark an

Wien (ÖGB) - - "ZeitarbeiterInnen sind im Schnitt zwischen 20 und 30 Jahre jung und werden meisten an besonders gefährlichen Arbeitsplätzen eingesetzt. Das Unfallrisiko ist daher vier Mal so hoch als in anderen Branchen", stellte der Betriebsratsvorsitzende des Arbeitskräfteüberlassers Trenkwalder, Paul Töplitz, bei der Veranstaltung anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer von Arbeitsunfällen am Keplerplatz in Wien fest. Die Leitende Sekretärin des ÖGB, Monika Kemperle, forderte, dass dieser dramatischen Entwicklung bei den psychischen Erkrankungen endlich entgegengewirkt werden müsse.++++

Mehr als zwei Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an den Folgen eines Arbeitsunfalles. In Österreich waren es zwischen 2000 und 2008 genau 1.655 ArbeitnehmerInnen die durch einen Arbeitsunfall ums Leben gekommen sind. Neben dem Baubereich sind es vor allem ZeitarbeiterInnen die besonders gefährdet sind. "Das hat besondere Gründe", so Töplitz. Zeitarbeiter sind jung, haben zwischen sechs und acht verschiedene Arbeitseinsätze pro Jahr. Mehr als die Hälfte der ZeitarbeiterInnen sind nicht länger als drei Monate an einem Arbeitsplatz. "Obwohl sie meistens an den gefährlichsten Arbeitsplätzen eines Betriebes eingesetzt sind wird die verpflichtende Unterweisung an ihrem neuen Arbeitsplatz kaum durchgeführt", kritisiert Töplitz.

Töplitz berichtet auch von der Gesundheitskampagne der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) die seit November 2008 läuft. Rund 1.000 BetriebsrätInnen aller GMTN-Branchen wurden seither über die Möglichkeiten von Projekten zur betrieblichen Gesundheitsförderung informiert. Um einen Überblick über die gesundheitlichen Belastungen der ArbeitnehmerInnen zu erlangen, führt die GMTN in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut IFES eine Befragung durch.

"Arbeitsunfälle und anerkannte Berufskrankheiten sind aber nur die Spitze des Eisberges 'Krank durch Arbeit'. ExpertInnen gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent aller Erkrankungen arbeitsbedingt sind. Besonders die zunehmenden psychischen Belastungen am Arbeitsplatz wie etwa Burn Out und Mobbing sind besorgniserregend", so die Leitende Sekretärin des ÖGB.

Kemperle weiter: "Wir müssen aber vor allem endlich der dramatischen Entwicklung bei den psychischen Erkrankungen wirksam entgegenwirken. Und dabei müssen wir genau jenen von der Arbeitgeberseite sagen, die angesichts der Krise meinen, bei der Prävention sparen zu müssen: AbeitnehmerInnenschutz und Prävention sind Investitionen in die Zukunft. Wer dort spart wird die Krise sicherlich nicht meistern". (ff)

ÖGB, 28. April 2009 Nr. 242

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