ÖH Medizin: Wir bitten nachzudenken, Herr Minister!

Die Einführung des Medizin-Bachelors führt uns zum 2-Klassen-Medizinstudium

Wien (OTS) - Julia Straub, Vorsitzende der Hochschülerschaft an
der Medizinischen Universität Wien zeigt sich schockiert über die am Montag von Minister Hahn angekündigte UG - Novellierung in Hinblick auf die Einführung eines Bachelors im Medizinstudium.

"Bereits mit dem letzten UG wurde unser früheres Doktorat-Studium von 12 Semestern Mindeststudienzeit auf ein Diplomstudium mit 12 Semestern Mindestzeit umgestellt. Um ein vollwertiges Doktorat zu absolvieren, können wir schon jetzt noch mindestens 6 Semester Studium anhängen. ", erklärt Julia Straub.

"Medizin stellt daher schon derzeit eines der längsten und kosten-und zeitintensivsten Studien dar. Darüber hinaus schließen wir unser Studium nicht mit einer vollwertigen Berufserlaubnis ab ", ergänzt Stefan Konrad, stv. Vorsitzender der ÖH Medizin. "Die Implementierung der Bologna-Architektur mit einem Bachelor von 8 Semestern würde zu einer weiteren Verlängerung führen. Neues UG, neue Experimente im Medizinstudium- dabei wäre es gerade in diesem Studium wichtig, nachhaltig zu arbeiten!"

Johannes Forster, stv. Vorsitzender der ÖH Medizin dazu: " Ein Bachelor in Medizin birgt die Gefahr, dass dieser Studienabschluss ohne einen aufbauenden Master wertlos bleibt und sich somit ein 2-Klassen-Medizinstudium einschleicht. Nicht der Bachelor sondern die Einführung weiterführender Studienrichtungen wie Medizinrecht, Gesundheitsökonomie oder ähnlichem wäre der richtige Weg. Hierzu könnte man sich ein Beispiel am bereits bestehenden Masterstudium Medizinische Informatik an der MUW nehmen."

"Wir fordern Minister Hahn auf, hierzu dringend seine Äußerungen zu überdenken - die Forderung nach der Einführung eines Bachelors-Medizinstudiums von 8 Semestern für "Nichtmediziner" steht aus den genannten Gründen in einem massiven Widerspruch zur angekündigten Aufwertung eines Bachelor - Abschlusses. Wir hoffen, es handelt sich hierbei um einen unüberlegten schlechten Scherz, denn sollten die Aussagen ernst gemeint sein, so halten wir sie für den größten anzunehmenden Schwachsinn. Ein Medizinstudium ist die falsche Spielwiese. Wir lassen weder uns noch Österreichs Patienten zu Laborratten für Bologna-Experimente degradieren ", so Straub. "Herr Minister, denken Sie also bitte nach und revidieren Sie ihre unüberlegten Aussagen!"

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Julia Straub
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