GBH: 167 Arbeitsunfall-Tote - Bundesregierung und Arbeitgeber gefordert!

Internationaler Gedenktag für verunglückte Bau- und Holzarbeiter am 28. April

Wien (GBH/ÖGB) - In Österreich gab es im Jahr 2008 128.579 Arbeits- und Wegunfälle, davon verliefen 167 tödlich*. Johann Holper, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) betont: "Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel. Und viele der Unfälle und auch der 1.477 im Jahr 2008 anerkannten Berufskrankheiten könnten vermieden werden, wenn die Präventionstätigkeit verstärkt würde und die ArbeitgeberInnen flächendeckend die gesetzlich geforderten Schutzeinrichtungen und -ausrüstungen zur Verfügung stellen würden." ++++

Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) erinnert daher anlässlich des Gewerkschaftlichen Gedenktages für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, der seit nunmehr 20 Jahren jährlich am 28. April begangen wird, an ihre Forderungen für den Gesundheitsschutz für die arbeitenden Menschen.

Zahlreiche VertreterInnen aus ÖGB, Gewerkschaften, AUVA, aber auch Politik und Wirtschaft versammelten sich deshalb heute beim Gedenkstein für verunfallte Bauarbeiter in Wien-Favoriten, um gemeinsam der vielen tausend Opfer von Arbeitsunfällen zu gedenken. Schwarz beflaggte Bagger erinnerten an die Arbeitsunfall-Toten.

Bau eine der gefährlichsten Branchen

Im Bauwesen passierten 2008 24.188 Arbeits- und Wegunfälle, davon verliefen 42 tödlich. 93 von 1.000 Baubeschäftigten erleiden im Schnitt im Jahr einen Arbeitsunfall. Im Vergleich über alle Wirtschaftsklassen liegt dieser Wert bei 41.

Hinter all diesen Daten stehen jedoch Menschen und Schicksale, wie die ArbeitnehmerInnschutzexperten der GBH, Andreas Huss, MBA und Rudolf Silvan, bekräftigen: "Im März stürzte ein Lehrling in Wien bei Rauchfangsanierungsarbeiten ab und starb, im April wurde in Niederösterreich ein Bauarbeiter in einer Künette verschüttet und erdrückt. Das sind nur zwei tragische Beispiele von vielen - und es sind deutliche Aufforderungen an alle Verantwortlichen, rasch zu handeln. Das Versprechen der Bundesregierung aus dem Regierungsprogramm, sich verstärkt dem Thema Prävention zu widmen, darf kein Lippenbekenntnis sein. Dieses Thema muss offensiv angegangen werden und es müssen ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dazu brauchen wir auch mehr Kompetenzen für die AUVA, begleitende und betriebliche Gesundheitsvorsorge und ein Arbeitsinspektorat, das sich wieder als Kontroll- statt als Beratungsorgan versteht. Für die Beratung gibt es die ArbeitsmedizinerInnen und Sicherheitsfachkräfte! Außerdem müssen die Arbeitgeber in aller Deutlichkeit daran erinnert werden, dass sie gesetzlich verpflichtet sind, für Schutzmaßnahmen zu sorgen, um Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen bzw. Berufskrankheiten vorzubeugen. Dazu gehört nicht zuletzt auch das Zur-Verfügung-Stellen von Sonnenschutzcremen, -kappen und T-Shirts auf Baustellen. Die GBH wird auch heuer wieder als eine von zahlreichen ArbeitnehmerInnenschutzaktivitäten auf Baustellen Sonnencremen und Sonnenschutzkappen verteilen, um die Arbeitgeber so an ihre Pflicht zu erinnern und die Arbeitnehmer zu schützen."

Holper abschließend: "Die AK hat in einer Studie im Februar 2009 nachgewiesen, dass allein rund 23 Prozent aller Krankenstandskosten auf nur sechs körperliche Arbeitsbelastungen zurückzuführen sind. Alle sechs Belastungen finden wir in den Bauberufen vor. Prävention -vor allem in besonders gefährlichen Berufen - ist also nicht nur ein Akt der Menschlichkeit, der eigentlich selbstverständlich erste Priorität haben sollte, sie ist auch ein echter Kostenfaktor. Hoffentlich erkennen das endlich auch die politisch Verantwortlichen und handeln."

*Quelle: AUVA, Arbeits- und Wegunfälle unselbständig Erwerbstätiger bzw. aller Erwerbstätiger

ÖGB, 28. April 2009 Nr. 241

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