GdG-Meidlinger: Unfallrisiko am Arbeitsplatz senken!

Internationaler Gedenktag am 28. April: Auch betriebliche Gesundheitsförderung und alternsgerechtes Arbeiten müssen zum Dauerthema werden

Wien (GdG/ÖGB) - "Wir gedenken am 28. April der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Die Zahlen zeigen, wie hoch das Gesundheitsrisiko an vielen Arbeitsplätzen der Welt noch immer ist", erklärte heute, Mittwoch, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Christian Meidlinger. Aber auch vor der eigenen Haustüre ist genug zu tun: Betriebliche Gesundheitsförderung und alternsgerechtes Arbeiten müssen in Österreich zu Dauerthemen werden.++++

Allein in Österreich starben im Vorjahr 138 ArbeitnehmerInnen durch Arbeitsunfälle. 1.574 österreichische ArbeitnehmerInnen sind in nur einem Jahr an einer Berufskrankheit erkrankt. Weltweit fallen jährlich zwei Millionen Menschen Unfällen am Arbeitsplatz zum Opfer. Der weltweite Gedenktag am 28. April findet daher heuer unter dem Motto "Guter Arbeits- und Gesundheitsschutz für alle ArbeitnehmerInnen" statt.

"Die Prävention, also die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von arbeitsbedingten Krankheiten durch Betriebliche Gesundheitsförderung ist eine Kernaufgabe unserer Gewerkschaft", betonte Meidlinger. Eine hohe Zahl besonders belastender Aufgaben wird von Öffentlich Bediensteten erfüllt. Daraus resultiert eine entsprechende Zahl von krankheitsbedingten Frühpensionierungen. Die GdG sieht es als vorrangige Aufgabe, aktiv und offensiv Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhüten. Wichtig dabei sind intensive Aufklärung über Gefahren am Arbeitsplatz, Durchführung von Gesundheitszirkeln, Information, Seminaren, Aktions- und Gesundheitstagen und Bewusstseinsbildung.

"Die Tatsache, dass die steigende Lebenserwartung mit einer Abnahme der Geburtenrate kombiniert ist, führt zu einer signifikanten Veränderung der altersspezifischen Zusammensetzung unserer Gesellschaft. Im Zuge dieses demographischen Wandels werden in den nächsten Jahren die 45-Jährigen die größte Gruppe unter den Beschäftigten bilden", sagte Meidlinger. Dazu kommen die Pensionsreformen der letzten Jahre, die ab dem Jahr 2014 im Regelfall praktisch keine Möglichkeit mehr geben, vor dem Regelpensionsalter in Pension zu gehen.

"Allein das Pensionsantrittsalter zu erhöhen, ohne begleitende Maßnahmen zu setzen, führt kaum zu den gewünschten Effekten. Gleichzeitig gibt es in vielen Bereichen und Branchen ArbeitnehmerInnen, die aufgrund der belastenden Arbeitsbedingungen lange vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeitsunfähig werden", führte Meidlinger aus. Wenn Menschen länger in Beschäftigung gehalten werden sollen, muss dies entsprechend unterstützt werden.

Kernforderungen der GdG:
* Die ArbeitspsychologInnen müssen gestärkt werden
* Die Prävention gegen Mobbing, Gewalt, sexuelle Belästigung und Stress sind gesetzlich zu verankern
* Die Arbeitsinspektion muss ausgebaut werden
* Eine Verordnung zum Heben und Tragen schwerer Lasten ist zu schaffen
* Um arbeitsbedingte Erkrankungen und Unfälle zu verhindern müssen bestehende ArbeitnehmerInnen- und Bedienstetenschutzvorschriften noch stärker kontrolliert werden.

"Gerade die steigenden psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sind immer mehr spürbar. Psychiatrische Erkrankungen sind am stärksten steigende Krankheitsgruppe in Österreich. Ein Viertel der so entstehenden Kosten in der Höhe von zwölf Milliarden Euro fallen für die Behandlung von arbeitsbedingten, psychischen Erkrankungen an. Auch hier wird im Interesse der Bediensteten, aber auch der Arbeitgeber, vordringlich anzusetzen sein", schloss Meidlinger.

ÖGB, 28. April 2009 Nr. 240

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