Scheiber: Kleinstädte als Motor der Energiewende

Kleinstadtsympoision in Grieskirchen zeigt Potenzial der Erneuerbaren für den ländlichen Raum und Kleinstädte auf

Wien (OTS) - Das 4. Kleinstadtsymposion in Grieskirchen zeigte die dynamische Entwicklung in österreichischen Kleinstädten auf. So leben in Österreich bereits rund 65 % der Bevölkerung in Stadtregionen, ein Großteil davon in Kleinstädten. "Der Begriff ländlicher Raum hat sich gewandelt, so spricht man heute von ländlichen Räumen und so genannten ´rurbanen` Räumen. Das klassische Landgebiet ist nicht mehr so klar abgegrenzt wie früher, städtische Räume haben einen hohen Einfluss auf die Entwicklung ländlicher Räume. Besonders von Bedeutung ist das für die Entwicklung von erneuerbaren Energien, da Kleinstädte aus den umliegenden ländlichen Räumen mit Energie versorgt werden können und diese dezentral verbrauchen können," so Ernst Scheiber, Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes, anlässlich eines Vortrages in Grieskirchen.

Erneuerbare Energien als Schlüssel zu mehr Unabhängigkeit

In klassischen ländlichen Gebieten beträgt die Agrarquote 14 %, jedoch nur vier Prozent der Wertschöpfung. Ein Großteil des Einkommens und der Wertschöpfung wird im Sekundär- und Tertiärsektor erwirtschaftet. "Deshalb haben gerade Kleinstädten und ihre Umgebung eine Schlüsselfunktion der erneuerbaren Energieerzeugung und dessen Einsatzes. In kleinstädtischen Regionen kann dezentral Energie produziert und auch dezentral verbraucht werden. Erneuerbare Energien als kostengünstige, versorgungssichere und nachhaltige Energiequelle dieser hochproduktiven und dynamischen Kleinstädte haben gerade dort besonders hohes Potenzial," so Scheiber weiter.

Alle Potenziale der Erneuerbaren nutzbar

Durch die räumliche Nähe zu erneuerbaren Energieressourcen wie Holz oder agrarische Rohstoffe können Kleinstädte auf nahezu alle erneuerbaren Energieformen zurückgreifen. "Nahwärme durch Biomasseheizkraftwerke, integrierte Strom-, Wärme- und Treibstoffproduktion durch Biogasanlagen, die Umstellung der Hauhalte von alten Öl- und Gasheizungen auf Pellets-, Scheitholz- und Hackschnitzelheizungen kombiniert mit Solarkollektoren zur Warmwasserbereitstellung oder Photovoltaik auf den Dächern, es bieten sich nahezu alle Formen der erneuerbaren Energieproduktion in diesen Gebieten," so Scheiber.

"Best practice", das soll das Beispiel der energieautarken Region Güssing bieten. Energieautarkie nach dem Beispiel Güssing wird in vielen Regionen Österreichs nicht kurzfristig umsetzbar sein. Aber die bewährten und verfügbaren Techniken kann man sofort nutzen, um zumindest Einsparungen für die Raumwärme kurzfristig zu ermöglichen. "Energieintensive Industrien in und in der Nähe von Kleinstädten werden auch mittelfristig von Gaslieferungen aus dem Ausland abhängig bleiben, aber Haushalte etwa können sofort auf erneuerbare Energien umsteigen," zeigt sich Scheiber überzeugt. Dazu zeigen auch die etwa 85 Leader-Regionen Österreichs immer öfter einen energiepolitischen Ansatz. In vielen dieser Leader-Regionen gibt es Energiestrategien, die einen Ausstieg aus der fossilen Energieabhängigkeit ermöglichen sollen. "Diese Ansätze mit einem ´Bottom-up´-Prinzip als Kraft aus den Regionen selbst, muss verstärkt eingesetzt werden um die Energiewende einzuläuten," betont Scheiber abschließend.

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