Neues Volksblatt: "Ordnung" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom Samstag, 25. April 2009

Linz (OTS) - Im Fernsehen hat es einmal eine satirische Serie aus England mit dem Titel "Yes, Minister!" gegeben, in der die Auswüchse der Bürokratie aufs Korn genommen worden sind. Ein Juwel dieser Serie handelte von der geplanten Eröffnung eines neuen Spitals mit rund 300 Mitarbeitern, die alle - vom Ministersekretär penibel dargestellt -ohne einen einzigen Patienten voll ausgelastet seien. Für die künftigen Patienten brauche man zusätzlich Personal.
Der Vorschlag von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, an zwei der bisherigen schulautonomen Tagen alle Lehrer in die Schulen zu holen, obwohl vielleicht gar keine Schüler kommen, weil der Förderunterricht freiwillig ist, geht in die Richtung "Yes, Minister!": die schülerlose Schule im Vollbetrieb.
Bleibt die Ministerin bei ihrem Plan, wird aus der englischen Satire eine österreichische Realsatire - mit der wir sicher berühmt werden. Vielleicht werden die schülerlosen Schulen sogar zu Tourismus-Magneten?
Man könnte noch lang so dahinblödeln - aber eigentlich ist die Sache sehr ernst. Schließlich geht es um die Schule und damit um die Kinder, an denen seit Monaten bildungspolitisch herumgedoktert wird. Es wird Zeit, dass jemand kommt, der wieder Ordnung in die Schule bringt!

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