Wem gehören Babynahrung, Bäume und Bier!?

Neuer Greenpeace-Report zeigt dramatisches Ausmaß an Patenterteilungen

Wien (OTS) - Trotz zunehmender Proteste erteilt das Europäische Patentamt (EPA) in München weiter Eigentumsrechte an Lebensmitteln, Pflanzen und Saatgut aus konventioneller Zucht. Dies geht aus einem Report hervor, den Greenpeace, die Erklärung von Bern, Swissaid, der Development Fund, "Kein Patent auf Leben!" und Misereor heute im schweizerischen Luzern vorstellten. In den fünfhundert recherchierten Patent-Anträgen und siebzig erteilten Patenten werden neben Mais und Salat auch Bäume, Babynahrung und Bier beansprucht.

Die beteiligten Organisationen fordern, dass diese Patentflut mit klaren politischen Vorgaben gestoppt wird. Erst vergangene Woche haben Greenpeace und Misereor Einspruch am EPA gegen die Zucht von Schweinen eingelegt.

"Derartige Patent verteuern Lebensmittel und können eine weitere Ursache für weltweite Nahrungsmittel-Krisen werden", befürchtet Tina Goethe von Swissaid. "Sie betreffen Landwirte und Konsumenten in den Industrienationen genauso wie die Menschen in den Entwicklungsländern", so Goethe.

Der Report "Saatgut und Lebensmittel: Zunehmende Monopolisierung durch Patente und Markt-Konzentration" gibt einen umfassenden Überblick über das Ausmaß der Patentierung von Saatgut, Pflanzen und Lebensmitteln in Europa. Während Patent-Anmeldungen auf gentechnisch veränderte Pflanzen in den letzten Jahren rückläufig sind, boomen die Patent-Anträge auf Pflanzen aus konventioneller Zucht. Sollte diese Praxis in einem bevorstehenden Entscheid der Großen Beschwerdekammer des EPA unterstützt werden, muss mit einer massiven Behinderung der künftigen Zuchtarbeit und mit größeren Ausgaben für die Bauern gerechnet werden.

"Einige Agrar-Konzerne wollen weitreichende Monopole auf die menschliche Ernährung", weiß Greenpeace-Mitarbeiter Christoph Then, einer der Autoren des vorliegenden Berichts. "So kontrollieren inzwischen nur zehn Konzerne zwei Drittel des globalen Saatgut-Marktes. Diese Patente sind ein Diebstahl an der züchterischen Leistung von Landwirten. Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen, die Patente auf Saatgut und Nutztiere verbieten", fordert Then.

Weitere Informationen:
www.no-patents-on-seeds.org
http://www.greenpeace.at/news_gen_090424

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace Österreich; Tel.: +43-664-3435354
Dr. Christoph Then, Greenpeace International; Tel.: +49-151-54638040

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