Brunner: Tschernobyl ist nicht vergessen: Atomkraft ist Auslaufmodell!

Grüne fordern: Kein Euro für die Atomindustrie!

Wien (OTS) - "Glaubt die Atomlobby, die Menschen hätten
Tschernobyl vergessen?", fragt die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, anlässlich des Jahrestages des Reaktorunfalls. In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 ereignete sich der bisher schwerste atomare Unfall. Noch heute leiden hunderttausende Menschen an den Folgen der Katastrophe. 350.000 Menschen wurden umgesiedelt, heute leben in den kontaminierten Zonen immer noch rund 5,5 Millionen Menschen, davon mehr als eine Million Kinder.

Die Atom-Gefahr ist weiter präsent: Österreich ist umzingelt von 14 Atomkraftwerken mit fast 30 Reaktoren, die meisten davon mit veralteter Technologie, die als unsicher gelten. "Und es werden mehr:
Für die Erweiterung von Temelin läuft ein europarechtswidriges UVP-Verfahren, die Schrottreaktoren von Mochovce 3&4, an denen seit dem Tschernobyl-Jahr 1986 gebaut wird stellen ein akutes Sicherheitsrisiko dar", kritisiert Brunner.

Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes schwingt sich die Atomlobby nun zu einer von ihr ausgerufenen "Renaissance der Atomkraft" auf. "Gerade daher ist es absurd, dass erst diese Woche von einer Mehrheit im EU-Parlament die Schaffung verbindlicher höchster Sicherheitsstandards für Atomanlagen abgelehnt wurde. Die schwachen Empfehlungen des Parlaments zu den Sicherheitsstandards sind eine reine Alibi-Handlung und wurden von uns strikt abgelehnt. SPÖ und ÖVP haben sich ihrer Stimme enthalten und damit den österreichischen Anti-Atom-Konsens verraten".

Nach wie vor finanziert Österreich im Rahmen des Euratom-Vertrags die Atomkraft kräftig mit: "Die ÖsterreicherInnen zahlen jährlich zig Millionen für eine Technologie, die sie nicht wollen und die der österreichischen Wirtschaft nicht zugute kommen, gleichzeitig wird immer mehr Atomstrom importiert. In Zeiten der Wirtschaftskrise und von Sparbudgets ist das nicht einzusehen", so Brunner. "Wir fordern die sofortige Einstellung der Zahlungen an Euratom und die Investition dieses Geldes in Energiesparmaßnahmen und erneuerbare Energie. Das schafft Arbeitsplätze und ist ein aktiver Beitrag zur Energiewende", so Brunner abschließend.

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