Fernwärme: Förderung fehlt trotz Gesetzesbeschluss im Doppelbudget

Fachverband Gas Wärme: Große Bauvorhaben stehen auf der Kippe / "In Rezessionszeiten nicht nachvollziehbar, warum Förderungen von Infrastrukturinvestitionen gekürzt werden"

Wien (OTS) - Mit dem Wärme- und Kälteleitungsausbaugesetz, das im Sommer des Vorjahres im Nationalrat beschlossen wurde, hätten Infrastrukturprojekte aus den Bereichen Fernwärme und Fernkälte mit 60 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden sollen. Doch das Doppelbudget, das nun im Nationalrat vorgestellt wurde, sieht statt der jährlich 60 Millionen Euro im Jahr 2009 keine Förderungen und im Jahr 2010 lediglich 10 Millionen Euro vor.

Der Fachverband Gas Wärme kritisiert diese Entscheidung scharf:
"Damit stehen viele wichtige Infrastrukturprojekte in den Ballungsräumen auf der Kippe. Es ist für die Fernwärme-Branche auch nicht nachvollziehbar, warum gerade in Rezessionszeiten bereits beschlossene Förderungen für sinnvolle Infrastrukturmaßnahmen gestrichen und die damit verbundenen Großprojekte gefährdet werden", so Vorst.-Dir. KR Ing. Mag. Helmut Miksits, Obmann des Fachverbands Gas Wärme (FGW).

Die geplanten Fernwärme- und Fernkälteprojekte wären aber nicht nur zur Ankurbelung der Konjunktur, sondern auch für den Klimaschutz wichtig gewesen: Fernwärme ist die günstigste Form um CO2 einzusparen. 2012 wird das Kyoto- Ziel schlagend und falls Staaten die vorgegebenen Ziele nicht erreichen, sind Strafzahlungen zu entrichten. Ein sofortiger Ausbau der Fernwärme und Fernkälte würde wesentlich dazu beitragen, die Zahlungen zu senken bzw. zu vermeiden. Jedes Projekt, das erst später oder nicht realisiert wird, bedeutet, dass in der Zwischenzeit ohne diese sinnvollen Fernwärmeprojekte mehr CO2 emittiert wird.

"Es ist also nicht einmal so, dass durch das Zusammenstreichen der Fernwärme-Förderung im Doppelbudget - und dem damit geplanten Fernwärme-Ausbau -Ausgaben gesenkt werden. Denn diese Ausgaben werden aufgrund der nicht getätigten Klimaschutzmaßnahmen später in Form anderer Aufwände fällig werden. Der Staat und damit alle Steuerzahler werden, aufgrund der Kurzsichtigkeit dieser Entscheidung, später Kosten in Form der umweltpolitischen Folgen zu tragen haben und sogar tiefer in die Tasche greifen müssen", so Miksits.

Fernwärme-Imagestudie: Bei Kunden sehr beliebt

Welche Bedeutung Fernwärme für die Verbraucher und Endkunden hat, zeigt die vor kurzem abgeschlossene "Marktforschungsstudie Fernwärme", für die das Wiener Institut marketmind 724 Personen befragt hat. So hat die Studie ergeben, dass Fernwärme-Kunden mit ihrer Heizform sehr zufrieden sind, im Durchschnitt vergeben sie eine "Schulnote" von 1,72 für Fernwärme.

71,7 Prozent der privaten Befragten schätzen Fernwärme wegen der Bequemlichkeit und dem geringen Aufwand, da ja im Gegensatz zu anderen Heizformen kaum Wartungen durchzuführen sind. Ebenfalls als wesentliche Vorteile wurden die Zuverlässigkeit (22,4%) und die Sauberkeit (17,7%) genannt, beispielsweise sind keine Brennstoffe zu lagern. Dass Fernwärme außerdem umweltfreundlich ist und bei der Erzeugung von Fernwärme in Kraftwerken ein steigender Anteil erneuerbarer Energien eingesetzt wird, haben 9,4 Prozent aller privaten Fernwärme-Nutzer genannt.

Bei Unternehmen wurden ähnliche Vorteile von Fernwärmeheizungen betont: Rund ein Drittel der befragten Bauträger gaben die geringen Kosten und die hohe Zuverlässigkeit von Fernwärme als wichtigste Vorteile an. Darüber hinaus betonte immerhin ein Viertel der befragten Großkunden, dass sie die mit den niedrigen CO2- und Feinstaubemissionen einhergehende Umweltfreundlichkeit von Fernwärmeheizungen besonders schätzen, ebenso wie die wenig intensive Instandhaltung, die hohe Bequemlichkeit und den geringen baulichen Aufwand.

"Diese Vorteile der Fernwärme beeinflussen ja auch die Rendite eines Objektes positiv. Deshalb hat Fernwärme nicht nur bei privaten Nutzern, sondern auch bei Großkunden und Bauträgern ein derart positives Image. Aufgrund der hohen Beliebtheit bei den Kunden ist es somit doppelt schade, dass die Förderung und der damit verbundene Ausbau der Fernwärme nicht so erfolgen kann wie bereits im Vorjahr im Nationalrat beschlossen", erklärt Fachverbandsobmann Miksits abschließend.

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